3500 Schüler mit Nachzipf
Diese Woche beginnen die Wiederholungsprüfungen. Vor allem in Mathematik, Deutsch und Englisch haben viele Schüler ein Nicht genügend. Landesschulrat will Nachzipf abschaffen.

Foto © Fotolia3500 Schüler mussten in den Ferien lernen. Jetzt beginnen die Nachprüfungen
Die langen Sommerferien für die Kärntner Schüler sind in der Zielgeraden. Während die einen sich langsam auf den Schulalltag vorbereiten, sollten andere schon länger mit dem Lernen beschäftigt sein. Auf sie warten zu Beginn dieser Woche eine oder mehrere Nachprüfungen.
In Kärnten wurde im letzten Schuljahr an den Allgemein- und Berufsbildenden Höheren Schulen über 9000 Mal die Note Nicht genügend vergeben. Diese verteilen sich auf etwa 5000 Schüler. "Aus Erfahrung wissen wir, dass 70 bis 80 Prozent dieser Schüler zu Wiederholungsprüfungen antreten", sagt Landesschulratspräsident Walter Ebner. In diesem Jahr müssen also zwischen 3500 und 4000 Kärntner Schüler zum Nachzipf. Was passiert mit den anderen? Ebner: "Mehr als 200 haben drei oder mehr Nicht genügend. Sie müssen also die Klasse auf jeden Fall wiederholen." Schüler mit nur einem Fünfer dürfen meist mit einem "positiven Bescheid" aufsteigen, einige treten aber trotzdem zur Prüfung an.
Die Unterrichtsgegenstände, in denen Wissensdefizite zutage treten, sind seit Jahren ähnlich. "Im Bereich der AHS sind das mit großem Abstand Mathematik, Deutsch und Englisch", so Ebner. Bei den BHS gibt es in Englisch die meisten negativen Beurteilungen, gefolgt von Mathematik und Deutsch. Bei den kaufmännisch orientierten Schulen - wie HAK oder HLW - müssen viele Schüler in Italienisch noch einmal ran. Wie sieht es mit der Erfolgsquote aus? "Durchschnittlich zwei Drittel der Schüler absolvieren die Nachprüfung erfolgreich."
Prinzipiell wird bei einer Nachprüfung das im vergangenen Schuljahr erworbene Wissen überprüft - und das innerhalb weniger Minuten. Für viele Experten ist dieses System nicht mehr zeitgemäß. "Wiederholungsprüfungen müssen abgeschafft werden", fordert Landesschulratspräsident Ebner, "stattdessen sollten wir endlich zur modularen Schule übergehen." Sitzenbleiben wäre dann passé, durch gezielte individuelle Maßnahmen soll das Wissen in den nachfolgenden Semestern vermittelt werden. Der Schulversuch "Neue Mittelschule" demonstriert das erfolgreich. Ein besseres Fördersystem hat hier fast zu einer Beseitigung negativer Beurteilungen geführt. In Kärnten gab es bei 125 Schülern nur acht Nicht genügend.
Derzeit sind Nachprüfungen aber noch Realität. Für die Tage vor der Prüfung empfehlen Lernpsychologen, die wichtigsten Inhalte zu wiederholen und den Tag in mehrstündige Lernblöcke aufzugliedern. In den Pausen ist Bewegung im Freien ratsam.











