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Zuletzt aktualisiert: 05.09.2010 um 14:57 UhrKommentare

Rettungskapsel soll Verschüttete ans Tageslicht befördern

Chiles Marine veröffentlichte auch Einzelheiten zu der Vorrichtung, mit der die Kumpel aus dem Schacht geholt werden sollen: Die Kapsel bzw. der Metallkäfig soll mit Sauerstoff versorgt und mit Kommunikationsmitteln, Licht und einer Videoüberwachung ausgerüstet werden.

Foto © Reuters

Zur Rettung der seit einem Monat eingeschlossenen Bergarbeiter in Chile haben die Techniker am Wochenende den Einsatz eines zweiten Bohrers vorbereitet. Die Maschine solle ab Sonntag (Ortszeit) eingesetzt werden, sagte Chefingenieur Andres Sougarret. Die chilenische Marine gab Einzelheiten zu der Rettungskapsel bekannt, mit der die Kumpel aus dem teilweise eingestürzten Stollen gerettet werden sollen.

Die zweite Bohrmaschine wurde am Samstag zusammengebaut und sollte ab Sonntag den bereits bestehenden Versorgungsschacht von derzeit zwölf Zentimeter zunächst auf 30 Zentimeter vergrößern. Durch den Schacht erhalten die Kumpel in der kleinen Gold- und Kupfermine San Jose am Rand von Copiapo in der Atacama-Wüste unter anderem Nahrung und Medikamente in den Teil des Stollens, in dem sie seit dem Einsturz ihrer Mine am 5. August ausharren.

Ingenieure prüfen, ob der Schacht notfalls noch breiter gebohrt werden kann, um als "Plan B" zur Rettung der Bergleute zu dienen. Die Angehörigen der 33 Verschütteten applaudierten, als ein Lastwagen mit der Maschine "T-130" am Freitag an der Mine eintraf. Seit einer Woche ist bereits die Maschine "Strata 950" im Einsatz, um einen 66 Zentimeter breiten Rettungsschacht bis in 700 Meter Tiefe zu bohren. Dies kann allerdings mehrere Monate dauern.

Für den Fall, dass dies scheitert und auch "Plan B" nicht umgesetzt werden kann, arbeiten die Behörden außerdem an einem "Plan C", bei dem ein Ölbohrer zum Einsatz kommen soll. Dieses Gerät benötigt eine Ausgangsfläche von der Größe eines Fußballplatzes und könnte ab dem 18. September mit der Bohrung eines neuen Schachts beginnen.

Chiles Marine veröffentlichte auch Einzelheiten zu der Vorrichtung, mit der die Kumpel aus dem Schacht geholt werden sollen: Die Kapsel beziehungsweise der Metallkäfig soll mit Sauerstoff versorgt und mit Kommunikationsmitteln, Licht und einer Videoüberwachung ausgerüstet werden, wie Marinekommandeur Sergio Sandoval im chilenischen Sender Canal 24 Horas erklärte. Außerdem werde die Kapsel für den Fall, dass sie auf dem Weg aus 700 Metern Tiefe stecken bleibe, sicherheitshalber so konzipiert, dass eine Umkehr möglich sei. Es wird erwartet, dass die Fahrt nach oben mindestens eine Stunde dauert.

Genau einen Monat nach dem teilweisen Einsturz des Stollens bereiteten die Familien der Verschütteten für Sonntag eine Zeremonie vor. Um 14.30 Uhr (Ortszeit, 20.30 Uhr MESZ) wollten sie an der Mine unter anderem Lieder für ihre Angehörigen singen. Am Samstag hatten die Kumpel erstmals seit Beginn des Dramas die Möglichkeit, über eine Glasfaserkabelverbindung, die auch Bilder überträgt, mit ihren Familien zu sprechen. Die Angehörigen empfingen auch Aufnahmen der Verschütteten.


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