Das lange Warten auf ein Adoptivkind
Immer öfter werden Kinder aus dem Ausland nach Kärnten geholt. Was die Gründe dafür sind und wie der Alltag mit Adoptivkindern aussieht - am Sonntag im ORF.

Foto © KK/PrivatMaria und Siegfried Walzl mit Anischa (l.) und Rebekka (r.)
Wer in Österreich ein einheimisches Kind adoptieren möchte, muss sich mit Geduld wappnen: Wartezeiten von fünf und mehr Jahren sind keine Seltenheit. Deshalb hat sich in den letzten Jahren die Auslandsadoption als realistische Alternative entwickelt, es sei sogar ein Trend zu erkennen.
Fachleute warnen aber: Bis man ein ausländisches Kind zur Familie zählen kann, ist ein aufwendiger bürokratischer Hürdenlauf zu absolvieren. Und man muss zurück auf die Schulbank: Für Adoptionswerber gibt es Vorbereitungskurse. Die Teilnahme daran ist in einigen Bundesländern verpflichtend, in Kärnten - noch - freiwillig.
Im Lauf der letzten Jahre sind Auslandsadoptionen schwieriger geworden, weil zahlreiche Herkunftsländer die Bedingungen verschärft haben. Behörden und Vereine, die bei der Abwicklung helfen, empfehlen, Kinder nur aus Ländern zu adoptieren, die der Haager Konvention für Kinderschutz beigetreten sind.
Wer eine Adoption ins Auge fasst, brauchte zunächst eine "Pflegestellen-Bewilligung". Sie wird vom zuständigen Jugendamt erstellt und bestätigt, dass die Einkommens- und Wohnverhältnisse der Bewerberfamilie Aufnahme und Betreuung eines Kindes möglich machen. Dazu sind Strafregisterauszug und Gesundheitszeugnis der Eltern notwendig. All diese Unterlagen müssen in die Sprache des Herkunftslandes übersetzt und beglaubigt werden.
Das Konvolut wird an die Behörden des Herkunftslandes übermittelt, die den Bewerbern dann einen Kindervorschlag übermitteln. In Österreich gibt es keine zentrale Servicestelle für Auslandsadoptionen. Es hat sich mittlerweile eingebürgert, dass der Verein "Eltern für Kinder" (www.efk.at) mit Sitz in Wien diese Aufgabe übernimmt. Ansprechpartnerin dort ist Marion Zeillinger. Sie gibt zu bedenken, dass die Adoption eines Kindes aus dem Ausland 20.000 bis 35.000 Euro kosten kann: "Das hängt sehr davon ab, wie weit das Herkunftsland entfernt ist und welche infrastrukturellen und administrativen Bedingungen dort herrschen." Der Verein verrechnet für sein Service exakt 655 Euro.
Barbara Altersberger, die das heutige "Österreich-Bild" über Auslandsadoptionen gestaltet hat, rät allen Interessierten davon ab, ein Kind aus dubiosen Internetangeboten zu "kaufen". Geld sollte man nur für tatsächliche Kosten bezahlen.










