Post-Kunden als Selbstabholer
Wer keinen sicheren Briefkasten hat, soll sich künftig die Post von der nächsten Filiale holen.

Foto © Koscher
Für Aufregung unter einem Gutteil der 281.241 Kärntner Postkunden sorgt eine "Kundeninformation der Österreichsichen Post AG": Diese ist laut Postgewerkschafter Helmut Omotta in Kärnten bereits an 10.000 Haushalte gegangen, die "keine geeignete Hausbrieffachanlage zur Zustellung von Postsendungen" haben. Das sind etwa Zeitungsrollen, die als Briefkästen verwendet werden. Laut Postgewerkschaft handelt es sich in Kärnten um rund 93.000 Haushalte, laut Postsprecher Stefan Fuchs um etwas mehr als 30.000.
Kundeninfo ausgesendet
Das heißt laut Postmarktgesetz konkret, dass man einen vor dem Zugriff Dritter sicheren Briefkasten anzubringen hat. Ansonsten "kann der Empfänger von der Zustellung ausgeschlossen werden". Laut Kundeninfo solle man binnen zwei Wochen eine "Hausbrieffachanlage" installieren. Sonst werde die Post zur Abholung bei der nächstgelegenen Filiale hinterlegt.Das nötige Postfach kostet 15 Euro pro Monat.
Allerdings bestreitet Fuchs, dass diese Kundeninfo ausgesendet worden sei: "Die Zusteller gehen freundlich auf die Kunden zu, um zu informieren", sagt er. Ein Schreiben sei erst als späterer Schritt vorstellbar. In dem Zusammenhang ist interessant, dass etwa Johann Petritsch, ÖVP-Vizebürgermeister von St. Kanzian, der Kleinen Zeitung den Erhalt der "Kundeninformation" bestätigt: "Darin stand, ich solle mir einen Postkasten anschaffen, sonst werde ich von der Zustellung ausgeschlossen." Das Schreiben hätte er weggeworfen: "Es ist ja Wahnsinn, dass die Post willkürlich Ämter schließt, wie in unserem Tourismusort."
Fuchs sagt, die Regelung diene dem "Schutz der Empfänger": "Vor allem bei eingeschriebenen Briefen, wo der gelbe Zettel als Zustellung gilt." Käme dieser Zettel weg und es handle sich etwa um eine Klage, stehe "man schön da".











