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Zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 um 10:08 UhrKommentare

Bratislava-Blutbad: Ethnisches Motiv nicht ausgeschlossen

Nach dem gestrigen Amoklauf mit acht Toten in Bratislava schließt Innenminister Lipsic einen ethnisch motivierten Hintergrund nicht aus. Der Politiker bestätigte, dass es sich bei den meisten der Opfer um Mitglieder einer Roma-Familie handelte.

Foto © Reuters

Der slowakische Innenminister Daniel Lipsic hat am Montag nach dem Blutbad in der Hauptstadt Bratislava (Preßburg) einen ethnisch motivierten Hintergrund nicht ausgeschlossen. Es gebe aber noch kein genaues Motiv, erklärte Lipsic in einem Beitrag der ORF-ZiB 2. Der Politiker bestätigte jedoch, dass es sich bei den meisten der Opfer um Mitglieder einer Roma-Familie handelte.

Ein Amokläufer hatte am Montag mit einer Maschinenpistole und zwei Gewehren um sich geschossen. Erst in der Wohnung einer Familie, dann auf der belebten Straße in dem Wohngebiet. Sieben Menschen starben, 14 weitere wurden verletzt. Als die Polizei anrückte, richtete sich der Amokläufer selbst. Bei der Frage nach dem Motiv des etwa 50-jährigen Mannes tappten die Behörden noch völlig im Dunkeln.

Der mit Gehörschutz ausgerüstete Mann soll gegen 10.00 Uhr zunächst fünf Menschen in einer Wohnung im Stadtteil Devinska Nova Ves erschossen haben. Auf dem Weg nach draußen tötete er in einem Flur einen weiteren. Auch auf der Straße schoss er auf der Flucht vor der Polizei wild um sich. Durch ein Fenster traf eine Kugel eine 52-jährige Frau, ihre Leiche wurde am Abend von den Behörden gefunden. Unter den Verletzten ist auch ein dreijähriges Kind. "Er feuerte auf alles, was sich bewegte", sagte Spisiak. Als der Schütze dann von der Polizei in die Enge getrieben wurde, habe er Suizid begangen.

Nach Angaben von Lipsic sind noch neun Menschen im Krankenhaus, ein Verletzter schwebte am Montag noch in Lebensgefahr. Auch einen Polizisten traf ein Kugel des Täters im Kopf, sein Zustand sei aber stabil. "Unsere Gebete sind mit den Opfern und ihren Familien", sagte der Minister.

Da die Polizei zunächst keine weiteren Einzelheiten bekanntgab, war der Hergang des Blutbades in der nur 70 Kilometer von Wien entfernten slowakischen Hauptstadt unklar. Die Tageszeitung "SME" hatte zunächst auf ihrer Internetseite berichtet, der Täter sei ein 15-jähriger Drogensüchtiger. Die Polizei wies diese Darstellung zurück und sprach von einem etwa 50 Jahre alten Mann.


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