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Zuletzt aktualisiert: 30.08.2010 um 05:00 UhrKommentare

Spardruck für Kirche wegen Austrittswelle

Ab heuer rechnet die Diözese Gurk wegen der Austrittswelle mit jährlichem Einnahmen-Minus von rund 500.000 Euro. Der Spardruck steigt.

Foto © APA

Im Vorjahr war noch alles anders: "Selbst für ein wirtschaftlich schwieriges Jahr wie 2009 kann die Katholische Kirche Kärntens eine zufrieden stellende Bilanz" ziehen. So wird Finanzkammerdirektor Franz Lamprecht in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung "Der Sonntag" zitiert. 32 Millionen Euro standen im Vorjahr zur Verfügung, 23,7 Millionen der Einnahmen kamen aus dem Kirchenbeitrag. (23,3 Millionen waren es 2008). Laut Lamprecht habe die Kirche 2009 die Finanz- und Wirtschaftskrise "durch vorsichtiges Agieren und frühzeitiges Gegensteuern" gut überstanden.

Allerdings stehen noch schwierigere Jahre bevor. Josef Marketz, der Direktor des Bischöflichen Seelsorgeamtes, konkretisiert im Gespräch mit der Kleinen Zeitung: "Wir haben Berechnungen für die nächsten Jahre, wonach wir pro Jahr rund 500.000 Euro weniger aus dem Kirchenbeitrag einnehmen werden." Erstmals werde sich das Minus heuer (nach der noch nicht bezifferten Austrittswelle wegen der Missbrauchsskandale, Anm.) zeigen. Auswirkungen zeigen zudem der Bevölkerungsrückgang in Kärnten und die wirtschaftliche Situation.

Kein Sparstift für Pastoral

In welchen Bereichen die Kirche künftig sparen müsse? "Sicher nicht in der Pastoral, also bei jenen Menschen, die mit den Gläubigen wie Ungläubigen arbeiten." 2009 hatte die Diözese auf der Ausgabenseite den größten Part mit den Personalkosten von 18,8 Millionen Euro zu tragen. Einsparpotenziale sieht Marketz im Administrativen, Konkretes will er nicht nennen. "Wir entscheiden nicht von oben herab." Notwendig werde ein Leitbild und Strategien daraus.

Wegen der künftig rückläufigen Einnahmen müsste unter anderem das Ehrenamt in der Kirche forciert werden. "Es wird bereits Großartiges an freiwilligen Leistungen erbracht. Wir müssen noch mehr hinweisen, dass Ehrenamt zum Christsein gehört", so Marketz. Das Argument, "dass die Kirche eh so reich ist", weist er zurück und nennt das Beispiel seiner Pfarre Radsberg, wo die Kirche relativ viel besitze. "Doch davon können wir uns nichts abbeißen. Auch ein Bauer würde nicht so unvernünftig sein und verkaufen".

Der Spardruck zeigt sich für Kärntens Pfarren auch anders. Die politischen Gemeinden, die ihre Ausgaben derzeit extrem einschränken, fahren ihre Unterstützung für Kirchenrenovierungen teils zurück bzw. streichen diese total. 2009 wurden über 260 Umbau- und Renovierungsprojekte in Angriff genommen. Mit einem Gesamtaufwand von 6,5 Millionen Euro sei die Kirche in Sachen Bau ein wichtiger Auftraggeber, betont Lamprecht.

Von den 560.600 Kärntnern sind 402.850 Katholiken. Davon zahlen 254.700 ihren Beitrag.

ANDREA BERGMANN

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