Gewaltig schlechte Noten durch PC-Spiele
Die häufige Beschäftigung mit gewalttätigen Computerspielen mindert die Lernerfolge der Jugend. Das bestätigen Ergebnisse mehrerer Studien unter deutschen Jugendlichen. Besonders stark davon betroffen sind Burschen.

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Mehr Gewaltbereitschaft und weniger Konzentrationsfähigkeit bringen brutale Computerspiele in die Schulklassen. Dies ist das Ergebnis mehrerer aktueller Studien an deutschen Schulen. Die Grunderkenntnis dabei: Je mehr Zeit mit Gewaltspielen verbracht wird und je brutaler diese sind, desto negativer sind die Auswirkungen auf die schulischen Leistungen.
Psychische Veränderungen durch Spiele
"Wenn man aktiv in der Rolle des Tötens ist, der jubelnde Sieger, der möglichst viele schnell getötet hat, das wirkt sich auf die Psyche auf Dauer aus. Wer ständig und immer wieder solche Spiele spielt, verändert sich psychisch, wird auch in der Schule immer schlechter und von daher wird er ein Außenseiter", erklärt Christian Pfeiffer, der Leiter des kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen, welches die Studien betreute, gegenüber dem ORF.
Die Befragung ergab, dass 50 Prozent der Zehnjährigen gelegentlich zu Computerspielen greifen, die erst ab 18 Jahren zugelassen sind. Insgesamt 15 Prozent der 15-Jährigen zeigten bereits erste Anzeichen für Suchtverhalten. Interessant dabei, vor allem Burschen sind betroffen. Das zeige laut ORF auch eine kleinere Untersuchung in Österreich. Der zufolge beschäftigen sich nur neun Prozent der 16-jährigen Mädchen mit brutalen Video- und Computerspielen, aber 60 Prozent der gleichaltrigen männlichen Jugendlichen. Insgesamt wurden 45.000 Jugendliche befragt.
Burschen besonders betroffen
Die Ergebnisse der Studie spiegeln sich auch in den Abiturientenzahlen in Deutschland wieder. 32.000 Mädchen mehr als Burschen absolvierten 2009 das Abitur. "Wir haben eine wachsende Leistungsdiskrepanz. Nicht nur in Deutschland, sondern in allen Industrieländern. Warum? Weil die Burschen viel stärker in die brutalen Medieninhalte einsteigen, als die Mädchen das tun. Eigentlich können wir uns das gar nicht leisten, dass wir dermaßen starke Wegbrüche von männlichen jungen Leuten haben, die eigentlich das Abitur schaffen könnten, aber hinter ihrem Leistungsniveau zurück bleiben, weil sie zu viel Zeit mit Computerspielen verschwenden", so Pfeiffer im Interview.
Negative Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit haben übrigens nicht nur Gewaltspiele, sondern auch Filme mit brutalen Inhalten. Zusätzlich sinken Empathie und die Fähigkeit mitzufühlen, weswegen diese Freizeitbeschäftigung auch die Gewaltbereitschaft steigere. Die gute Nachricht: Viel Sport und Bewegung können die Konzentration wieder erhöhen.











