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    Zuletzt aktualisiert: 18.08.2010 um 20:06 UhrKommentare

    Mildes Urteil nach Todesschuss auf Ehemann

    Wegen fahrlässiger Tötung ihres Ehemanns unter besonders gefährlichen Verhältnissen ist eine 55-Jährige am Mittwoch am Landesgericht Wiener Neustadt zu 18 Monaten Haft, davon zwölf Monate bedingt, verurteilt worden. Mit dieser Entscheidung folgten die Geschworenen dem Verteidiger - angeklagt war Mord. Das Opfer wurde am 5. Februar im gemeinsamen Haus in Ebreichsdorf (Bezirk Baden) erschossen.

    Da die U-Haft angerechnet wurde, wurde die Angeklagte nach der Urteilsverkündung enthaftet. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab - das von den Geschworenen einstimmig gefällte Urteil ist somit nicht rechtskräftig. Mildernd auf die Strafbemessung - das Delikt ist mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe bedroht - wirkten sich die Unbescholtenheit und der ordentliche Lebenswandel der Frau aus, Erschwerungsgründe sah das Gericht keine.

    Der 55-jährige arbeitslose, depressive Ex-Banker war am 5. Februar im gemeinsamen Haus in Ebreichsdorf (Bezirk Baden) durch einen Brustschuss getötet worden. Die Angeklagte bekannte sich am ersten Verhandlungstag nicht schuldig im Sinn der Anklage. Sie verantwortete sich damit, ihrem Mann geglaubt zu haben, dass die Waffe ungeladen war, als er sie ihr in die Hand gab und aufforderte, abzudrücken. Beide waren damals alkoholisiert: Beim Opfer wurden 3,7 Promille festgestellt, die Frau hatte etwa 1,5 Promille intus. Aus psychiatrischer Sicht sei die Angeklagte gesund und war zurechnungsfähig. Der tödliche Schuss fiel aus 90 Zentimetern Entfernung.

    Verteidiger Roland Friis betonte im Schlussplädoyer, dass die Frau immer zu ihrem Mann gehalten und ihm an jenem verhängnisvollen Abend einfach geglaubt habe, dass die Waffe nicht geladen war. Staatsanwalt Johann Fuchs verwies auf ihre divergierenden Angaben zum Geschehen.

    Quelle: APA

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