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Zuletzt aktualisiert: 14.08.2010 um 17:10 UhrKommentare

Atomanlagen nicht mehr in der Gefahrenzone

In Russland zeichnet sich ein erster Hoffnungsschimmer ab: Nach Behördenangaben sind die Atomanlagen nicht mehr bedroht, auch die Zahl der Brände hat sich verringert. USA haben Hilfsflugzeuge geschickt.

Foto © Reuters

Von den Waldbränden in Russland sind nach Angaben der Regierung in Moskau keine Atomanlagen mehr direkt bedroht. Zwar seien in dem brennenden Naturpark in der Nähe der Atom-Forschungsanlage in Sarow, 500 Kilometer östlich von Moskau, die Feuerwehrleute weiter im Einsatz, die Brände bedeuteten jedoch "keine Bedrohung für potenziell gefährliche Einrichtungen", erklärte Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu am Samstag. Auch am Forschungsreaktor von Sneschinsk und an der Wiederaufbereitungsanlage Majak im Ural seien die Brände unter Kontrolle. "Die potenziell gefährlichen Einrichtungen werden zuverlässig geschützt", teilte er mit.

Hilfe aus den USA eingetroffen

Zur Bekämpfung der Waldbrände in Russland sind unterdessen am Samstag in Moskau zwei schwere Frachtmaschinen aus den USA mit Löschausrüstung eingetroffen. Darunter seien auch Pumpen und Brandschutzkleidung für die Einsatzkräfte, wie der Fernsehsender NTW in Moskau berichtete. US-Präsident Barack Obama habe Kremlchef Dmitri Medwedew die technische Hilfe am Donnerstag telefonisch zugesichert, sagte der Vize-Chef der amerikanischen Botschaft in Moskau, Eric Rubin. In Russland wüten weiter Hunderte von Bränden.

Die Gesamtzahl der Brände verringerte sich nach Darstellung des Zivilschutzministeriums zum zweiten Mal innerhalb dieser Woche. Demnach brannten noch etwa 500 Feuer in Russland - auf insgesamt kleinerer Fläche. Bereits am Donnerstag hatten die Einsatzkräfte von einer leichten Entspannung gesprochen. Allerdings stellte sich die Lage dann am Freitag wieder schlimmer dar. Medien berichteten, dass ein Freiwilliger bei Löscharbeiten in Saransk in der russischen Teilrepublik Mordwinien ums Leben kam.

Zahl der Brände verringert sich

Um Moskau halbierte sich die Zahl der Feuerherde. Besonders gefährdet sind laut Zivilschutzministerium die zentralen Regionen Nischni Nowgorod und Rjasan. Derzeit stehe noch eine Fläche von 56.000 Hektar Land in Flammen, sagte Schoigu. Im Vergleich zu Freitag waren das 10.000 Hektar weniger. Während des Höhepunkts der Waldbrände hatten in ganz Russland 200.000 Hektar Land gebrannt.

In Moskau stöhnten die Menschen wie schon seit mehr als zwei Monaten unter ununterbrochener Gluthitze von über 30 Grad Celsius. In einigen Teilen der Stadt zog wieder Brandgeruch und Smog von den Torfbränden des Umlandes auf. Die Behörden sprachen von erhöhten Schadstoffwerten in der Luft.


Fakten

Seit Beginn der Brände im Juli starben nach offiziellen Angaben mehr als 50 Menschen. Hilfsorganisationen gehen aber von deutlich mehr Feuertoten aus. Tausende Menschen wurden obdachlos oder sind auf der Flucht vor den Flammen. Ganze Dörfer wurden zerstört und riesige Ernteflächen vernichtet. Medien schätzten den bisherigen Schaden auf rund 25 Milliarden Euro.

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