Drei Australier mit neuer Superbakterie infiziert
Der Keim namens NDM-1, mit dem die drei Australier sich infizierten, wurde vermutlich durch Schönheitsoperationen aus Indien eingeschleppt. Er ist resistent gegen sämtliche Antibiotika. Experten warnen vor einer weiteren Ausbreitung der Bakterie.

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Drei Australier haben sich mit einer neuen Superbakterie aus Indien infiziert, wie ein Krankenhaus in Canberra mitteilte. Der Keim namens NDM-1 wurde vermutlich durch Schönheitsoperationen aus Indien eingeschleppt und ist resistent gegen sämtliche Antibiotika. Der Arzt und Infektiologe Peter Collignon warnte am Freitag vor einer weiteren Ausbreitung der Bakterie.
"Nur Spitze des Eisbergs"
"Es wird wahrscheinlich noch viel mehr Infizierte geben, denn was in Krankenhäusern entdeckt wird, ist nur die Spitze des Eisbergs", sagte Collignon. Er selbst behandelte nach eigenen Angaben einen der Infizierten, die weiteren Patienten befinden sich im Bundesstaat Queensland und in New South Wales.
Collignons Patient unterzog sich kürzlich in Mumbai, dem früheren Bombay, einer Schönheits-Operation. Ein anderer habe sich in allgemeiner Umgebung infiziert. Collignon sagte, bei seinem Patienten sei die resistente Bakterie im Urin entdeckt worden und mit keinem Medikament zu behandeln gewesen. Collignon macht unter anderem den Missbrauch von Antibiotika in Medizin und Landwirtschaft für das Entstehen des neuen Keims verantwortlich.
Forscher der britischen Universität Cardiff hatten in einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung in der Fachzeitschrift "Lancet" über die neue Superbakterie berichtet. Diese ist resistent gegen praktisch alle Arten von Antibiotika. Selbst sogenannte Carbapeneme, die eingesetzt werden, wenn sich eine Entzündung mit den herkömmlichen Antibiotika nicht eindämmen lässt, kommen nicht gegen den Keim an. Einer der Forscher hatte den Keim erstmals vergangenes Jahr bei einem schwedischen Patienten entdeckt, der zu einer Schönheitsoperation in Indien war.











