15 Katzen in 40-Quadratmeter-Wohnung in Spittal
Krankhafte Tierliebe: Eine 25-jährige Oberkärntnerin lebte in ihrer 40-Quadratmeter-Wohnung zusammen mit 15 Katzen. Viele sind in schlechtem Zustand. Die Frau wurde delogiert, die Katzen suchen ein neues Zuhause.

Foto © TierschutzvereinDie geretteten Katzen warten im Tierheim auf neue Plätze
Es ist der Albtraum von Tierschützern: In einer 40-Quadratmeter-Wohnung in Spittal wurden gestern 15 Katzen, darunter einige Babys, entdeckt. Überall auf dem Boden klebte Urin und Kot. Einige Katzen leiden unter Schnupfen und sind in eher schlechter Verfassung. Nur eine einzige ist kastriert. "Das ist so schrecklich, da fehlen einem die Worte", sagt Auguste Windisch vom Kärntner Tierschutzverein Villach. Die Katzen und ihre 25-jährige Besitzerin mussten die Gemeindewohnung wegen Gefahr in Verzug verlassen. "Die Wohnung befindet sich in einem für Mensch und Tier äußerst bedenklichen hygienischen Zustand", so Windisch. Die Samtpfoten wurden dem Tierschutzverein übergeben. Dort werden sie jetzt von einem Tierarzt behandelt. Den Fall ins Rollen brachten Nachbarn. Wegen der zunehmenden Geruchsbelästigung wurden Polizei und Hausverwaltung verständigt. Die Wohnung wird jetzt generalsaniert und desinfiziert.
Solche Fälle von Tierhortung ("Animal Hoarding") werden in Kärnten laut Tierschützern immer häufiger. In Oberkärnten lebte ein Ehepaar in seiner Wohnung mit 60 Katzen. Ein Unterkärntner Paar hatte 55 Hundemischlinge und in einer Wohnung in Klagenfurt wurden hunderte Vögel entdeckt. Einer der Gründe, warum übertriebene Tierliebe zunimmt, ist laut Experten die wachsende Vereinsamung. Die Haustiere werden als "Partnerersatz" oder "Ersatzfamilie" angesehen.
Das Villacher Tierschutzheim sucht jetzt für die geretteten 15 Katzen dringend neue liebevolle Plätze. Das Heim ist derzeit mit rund 140 Stubentigern absolut am Limit.
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Krankhafte Tierliebe
Es beginnt mit übertriebener Tierliebe und endet oft im Tierleid: Tierhortung ("Animal Hoarding") ist eine psychische Störung, die zum unkontrollierten Halten und Sammeln von Haustieren führt. Dabei werden meist die Standards der Tierhaltung (etwa Pflege, Hygiene, Fütterung) nicht eingehalten. Oft kommt es zur völligen Verwahrlosung der Tiere. Betroffene sind meist Frauen. Sie sehen sich selbst als Tierliebhaber oder engagierte Tierschützer. Ähnlich wie Messies verbergen Betroffene ihren Lebensstil nach außen hin. Unklar ist derzeit noch, ob es sich bei Tierhortung - ähnlich wie auch beim Messie-Syndrom - um eine Krankheit oder eine tiefer gehende Verwirrung handelt.










