Flutgefahr an Neiße und Spree weitgehend gebannt
Nach Tagen des Bangens hat sich die Hochwasserlage in Brandenburg deutlich entspannt. An Neiße und Spree sanken die Pegel deutlich, teilte der Landeskrisenstab am Mittwoch in Potsdam mit. Entlang der Neiße gilt teils noch die zweitniedrigste Alarmstufe II, an der Spree wurde der Alarm vielerorts ganz aufgehoben. Ministerpräsident Platzeck erklärte: "Wir sind aus dem Gröbsten raus."
Der Regierungschef sagte, eine gebe keine weiteren Deichbrüche. "Wir haben keine Notsituation mehr. Wir konnten die Evakuierungen aufheben. Wir haben in Cottbus geordnete Verhältnisse. Der Wasserabfluss ist unter Kontrolle." Es seien keine großen Schäden entstanden. Nach Angaben des Krisenstabes müssen aber noch immer vielerorts Sickerstellen an den Deichen stabilisiert werden. Sorge bereitet den Behörden aber auch, dass für Ende der Woche erneut starke Niederschläge am Oberlauf der Neiße angekündigt wurden.
Unterdessen beginnt in Sachsen, wo das Wasser starke Verwüstungen angerichtet hatte, die Erfassung der Schäden. Dabei stellte sich heraus, dass viele der überfluteten Unternehmen nicht gegen solche Katastrophen versichert sind. Nach ersten Erkenntnissen hätten rund 80 Prozent der betroffenen Betriebe keinen Schutz gegen Elementarschäden, sagte der Sprecher der Industrie- und Handelskammer Dresden.
Bei Unternehmen und Privatleuten wächst zudem die Angst vor Plünderungen. Viele Betriebe mussten Maschinen und andere Gegenstände zum Trocknen vor die Hallen stellen. Es wird befürchtet, dass bei weiter sinkenden Pegeln auch Diebe aus den Nachbarländern Tschechien und Polen versuchen würden, "Schnäppchen" zu machen.











