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Zuletzt aktualisiert: 03.08.2010 um 20:13 UhrKommentare

Geld für Mini-Heime geht aus

Die mobile Betreuung der alten Menschen kämen viel billiger.

Foto © APA

GRAZ. Auf die Steiermark herunter gebrochen sieht die Situation so aus: 434.768 Steirerinnen und Steirer sind heute älter als 60 Jahre. Im Jahr 2050 werden hier viermal so viele über 80-Jährige hier wohnen - mehr als 90.000.

Die Gemeinden sehen diese Entwicklung und geraten unter Druck. Es werden Heime gebaut, am besten auch gleich im eigenen Ort, selbst wenn es drei Orte weiter schon ein Zentrum gibt, das nicht ausgelastet ist. Schließlich gilt es die Einwohnerzahl zu halten, denn davon hängen die Finanzmittel ab, welche die Gemeinde von Bund und Land lukriert. Die Bedarfsprüfung durch das Land gibt es zwar offiziell noch, aber längst wird der lokalen (von einzelnen Bürgermeistern forcierten) Nachfrage wieder eher Rechnung getragen, als dem objektiven, bezirksübergreifenden Bedarf.

Dabei käme mobile Betreuung viel billiger, rechnet die grüne Klubobfrau im Landtag, Ingrid Lechner-Sonnek vor: Wenn die Entwicklung so voranschreitet wie eingangs zitiert, bräuchte die Steiermark bis 2031 um 4120 Heimbetten mehr. Diese Betten würden zusätzlich 55 Millionen Euro kosten. Dieselbe Anzahl an älteren Mitbürgern mobil betreut, würde nur Mehrkosten von acht Millionen verursachen.

Derzeit werden 11.000 Personen in Heimen betreut, und 14.000 mobil. Die Betreuung im Heim kostet die öffentliche Hand 1124 Euro pro Monat und Person, die Betreuung über mobile Dienste 170.

Freilich: Die strategische Entscheidung, die Betreuung zu verlagern, müsste das Land fällen, denn derzeit sind die Töpfe für die mobilen Betreuungsangebote leer geräumt. Die Gemeinden können keine zusätzlichen mobilen Angebote anbieten, sie kommen mit den bestehenden schon nicht zurande.

Gemeinden haben kein Geld

Die Kosten für die Heime plagen die Gemeinden erst recht, aber nicht direkt: Sie liefern die sogenannte Sozialhilfeumlage an die Sozialhilfeverbände ab, und aus der werden dann die Kosten für die Heime finanziert. Man beschwert sich natürlich über die Höhe der Umlage, aber nicht über die Kosten des Heims im eigenen Ort. CLAUDIA GIGER


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