Alle Kölner Schläger wieder frei
Jene beiden radikalen Fußballfans, die einen Spittaler Arzt brutal niedergeschlagen haben, wurden gestern enthaftet. Der Richter: "Die Beweislage hat sich geändert."

Foto © SobeDer Tatort der brutalen Attacke der deutschen Hooligans: das "Salve" im beschaulichen Tröpolach
Nach dem brutalen Übergriff auf den Mediziner Roland Brandner (35), Ehemann von ORF-Journalistin Sonja Sagmeister, im Tröpolacher Cafe "Salve" wurden zwei mutmaßliche Haupttäter verhaftet. Am Donnerstag wurde bereits einer der Schläger, nämlich der geständige Diplom-Bibliothekar (33), auf freiem Fuß gesetzt. Gestern folgte der zweite Kölner Hooligan, ein 25-jähriger Lagerist aus wohlhabendem Hause. "Aufgrund einer geänderten Beweislage hat sich der dringende Tatverdacht abgeschwächt", begründet Christian Liebhauser-Karl, Mediensprecher des Landesgerichtes Klagenfurt, diesen Schritt. "Eine U-Haft ist nur bei Vorliegen von Haftgründen und eines dringenden Tatverdachts zulässig." Beide Verdächtigen haben einen Dritten aus ihrer Gruppe beschuldigt. Die Ermittlungen diesbezüglich laufen auf Hochtouren. Die Enthaftung der beiden Schläger stößt bei der Staatsanwaltschaft auf Kritik. "Wir beabsichtigen Beschwerde gegen die Aufhebung der U-Haft einzureichen", sagt Gabriele Lutschounig, Sprecherin der Staatsanwaltschaft.
Die beiden mutmaßlichen Täter haben mit anderen Hooligans des 1. FC Köln zehn Tage lang eine Spur der Verwüstung durchs Gailtal gezogen. Dabei soll die Gruppe, die überwiegend aus Akademikern besteht, stets nüchtern gewesen sein. Lokale wurden verwüstet und Menschen durch Schläge zum Teil schwer verletzt.











