Außenministerium warnt vor Benzinknappheit
Das Außenministerium warnt Griechenland-Urlauber nun doch vor einer drohenden Benzinknappheit in Griechenland. Zehntausende Urlauber sitzen laut Angaben von Tourismusverbänden bereits fest.

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Das Außenministerium warnt Griechenland-Urlauber in seinen Reisehinweisen nun doch wieder vor einer möglichen Benzinknappheit. Heute Nachmittag hat die Gewerkschaft der Tank- und Lastwagenfahrer trotz gegenteiliger Anweisung der griechischen Regierung beschlossen, ihren Streik fortzusetzen, berichtete der griechische Rundfunk am Freitag. Auf die derzeitige Situation habe das aus Sicht des Außenministeriums noch keine Auswirkungen gehabt, so Harald Stranzl heute, Freitag, zur APA: "Wir werden die Entwicklung beobachten und für die Dauer des Streiks auf mögliche Engpässe bei der Spritversorgung hinweisen."
Medienberichten zufolge hat kaum eine griechische Tankstelle noch Benzin oder Diesel. Auch bei der Versorgung mit Obst und Gemüse machen sich Engpässe bemerkbar. Betroffen sind auch Urlauber. Zehntausende müssen nach Angaben von Tourismusverbänden in Hotels und auf Campingplätzen ausharren, weil die Tankstellen keinen Sprit mehr haben.
Der seit Montag währende Streik der Gewerkschaft der Lkw-Fahrer richtet sich gegen die geplante Liberalisierung ihres Berufszweigs. Nach einem Gesetzesentwurf der Regierung soll in Griechenland künftig jeder, der einen Lkw-Führerschein hat, als Lkw-Fahrer arbeiten dürfen. Bisher dürfen die Streikenden nur mit teuren Lizenzen auf griechischen Straßen fahren. Die Liberalisierung des Straßentransportsektor ist Teil eines Forderungspakets von EU und IWF. Im Gegenzug wurden dem Land Mittel zur Bewältigung der Wirtschaftskrise gewährt.
Eigene Tankstellen für gecharterte Reisebusse
Österreichische Reiseveranstalter geben sich noch gelassen. "Unsere Geschäftspartner vor Ort können uns von keinen größeren Problemen berichten", sagte Verkehrsbüro-Direktor Martin Bachlechner am Freitag zur APA. Für gecharterte Reisebusse und Mietautos würden eigene Tankstellen zur Verfügung stehen, die nicht vom Streik betroffen seien. Stornierungen gebuchter Reisen habe es bisher keine gegeben. Auch TUI gibt Entwarnung: "Alle Leistungen können uneingeschränkt zur Verfügung gestellt werden", so Konzernsprecher Josef Peterleithner. Alle Transfers würden planmäßig durchgeführt.
Der ÖAMTC und das Außenministerium raten Griechenland-Urlaubern dennoch, noch vor der Grenze vollzutanken und im Land jede Möglichkeit zum Nachtanken zu nutzen. Griechische Medien sehen das Land mittlerweile am Rande eines Zusammenbruchs. Weil das Benzin fehlt, hätten zahlreiche Unternehmen ihre Arbeit eingestellt. Viele kleinere Fähren mussten in den Häfen bleiben. Reiseveranstalter riefen die Regierung auf, sofort eine Lösung zu finden, andernfalls werde der Tourismus zusammenbrechen. Griechenland gilt trotz rückläufiger Nachfrage als eines der beliebtesten Ausflugsziele der Österreicher. Im Jahr 2007 haben 670.000 Österreicher Urlaub in Griechenland gemacht, 2009 waren es 550.000.











