"Eltern-Führerschein" in Kärnten geplant
In einem 20-stündigen Kurs sollen Eltern richtig erziehen lernen. Was bereits im Mai vom Soziallandesrat vorgeschlagen wurde, ist nun erneut Thema. Laut aktuellen Zahlen sind immer mehr Eltern in Österreich mit der Kindererziehung überfordert.

Foto © Kleine Zeitung/Erwin Scheriau
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die nicht bei ihren Eltern wohnen, ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Das zeigen Zahlen, die am Mittwoch bekannt wurden. Hingegen brauchen immer mehr Eltern Unterstützung bei der Erziehung ihrer Sprösslinge. Was die Kleine Zeitung bereits Anfang Mai berichtete, ist nun erneut Thema und wurde dieser Tage von der Kärntner Politik wieder aufgegriffen.
Zum Thema
Soziallandesrat Christian Ragger (FPK) betonte neuerlich, bei der Prävention ansetzen zu wollen und einen "Eltern-Führerschein" einzuführen. "Immer mehr Eltern scheitern. Ihnen fehlen die grundlegenden Erziehungskompetenzen, weil ihnen in der eigenen Kindheit kein positives Beispiel vorgelebt wurde. Aus dieser Spirale kommt man kaum heraus", meinte er bereits im Mai. Er fordert eine verpflichtende Elternschulung im Ausmaß von 20 Stunden, allerdings ohne junge Eltern in ihrer Freiheit zu beeinträchtigen: "Diese Maßnahme sollte man richtig kommunizieren, nämlich als Hilfestellung und nicht Bevormundung."
"Erziehen lernen"
Junge Eltern sollen nicht durch verpflichtende Kurse, sondern mit einem finanziellen Anreiz für jede pädagogische Einheit, die sie besuchen, motiviert werden. Für jeden Kursteilnehmer gibt es zusätzlich noch 75 Euro. Kärnten gebe heuer 42 Millionen Euro für Fremdunterbringungen von etwa 1000 Kindern und Jugendlichen in Heimen, Wohngemeinschaften und Pflegefamilien sowie für die ambulante Betreuung von etwa 500 Kindern aus. Die Devise laute demnach Prävention, so Ragger. Eine Maßnahme könne dabei der "Eltern-Führerschein" sein. Bei dieser pädagogischen Ausbildung sollten Eltern "erziehen lernen".
Features
Kurs
In Zusammenarbeit mit Pädagogen, Psychologen, Leuten aus der Fachabteilung des Landes und der Universität Klagenfurt sollen pädagogische, psychologische und auch "technische" Fertigkeiten entwickelt werden. In diesem Jahr erwartet der Sozialreferent rund 200 bis 300 Familien, die das Angebot in Anspruch nehmen werden. Finanziert wird der Kurs aus dem Budget für die ambulante Familienbetreuung, das aufgestockt wurde.
Österreich
In Ost- und Oberösterreich gibt es bereits seit 2003 den sogenannten ABC-Elternführerschein, den bisher rund 1000 Eltern absolviert haben. In Salzburg startete das Kursprogramm im vergangenen Mai.










