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Zuletzt aktualisiert: 28.07.2010 um 17:32 UhrKommentare

Neonazis griffen KZ-Buchenwald-Internetseite an

Hacker haben am Mittwoch die Startseite der KZ-Gedenkstätte Buchenwald gelöscht und die Homepage vorübergehend auf die Seite von Holocaust-Leugnern umgeleitet. Wie groß der Schaden ist, kann noch nicht abgeschätzt werden.

Foto © www.buchenwald.de

Die Internetseiten der deutschen KZ-Gedenkstätte Buchenwald sind am Mittwochmorgen von Neonazis zum Teil zerstört worden. Die Hacker hätten die Startseite gelöscht und stattdessen rechtsradikale Symbole und Parolen eingestellt, sagte eine Sprecherin der Gedenkstätte. Die Homepage http://www.buchenwald.de wurde vorübergehend auf eine Seite von Holocaust-Leugnern umgeleitet, wie der Stiftungsdirektor der Gedenkstätte, Volkhard Knigge, mitteilte. Die dazugehörige Seite www.dora.de über das Außenlager Mittelbau-Dora wurde von den Hackern gelöscht.

Die Angreifer hinterließen den Angaben zufolge Sätze wie "Brown is beautiful" ("Braun ist schön") und "Wir kommen wieder". Wegen des offensichtlich neonazistisch motivierten Hacker-Angriffs sei das Internetangebot der Gedenkstätte vorerst nur begrenzt nutzbar, erklärte Knigge. Das genaue Ausmaß der angerichteten Schäden werde noch ermittelt.

Versuch, Erinnerung an die Toten auszuöschen

Es handle sich um einen einen in dieser Form noch nicht vorgekommenen kriminellen Angriff auf die Gedenkstättenarbeit, fügte Knigge hinzu. Durch die Beschädigung von Serviceangeboten und Dokumentationen - wie dem Totenbuch des KZ Buchenwald - hätten die Täter versucht, "die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen auszulöschen".

Die Polizei nahm nach Angaben eines Sprechers Ermittlungen wegen Computersabotage auf. Von den Tätern fehle aber noch jede Spur, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Jena. Als Zugang nutzten die Täter ein sogenanntes Backdoor-Virus (Hintertür-Virus), wie ein Computerspezialist der Gedenkstätte der "Thüringer Allgemeinen" sagte. Es sei vermutlich bereits zu einem früheren Zeitpunkt eingeschleust worden.

Die Gedenkstätte konnte die Parolen bis Mittag entfernen. Es könne jedoch noch einige Tage dauern, bis das gesamte Angebot wieder nutzbar sei.

Im Konzentrationslager Buchenwald in der Nähe von Weimar (Thüringen) kamen unter der Naziherrschaft mindestens 56.000 Häftlinge ums Leben.


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