Arbeitsgruppe "Frauenmorde" soll Mordfälle klären
Unklar ist nach wie vor, ob es sich um einen Serienkiller handelt. Ein Zusammenhang zwischen den Fällen in Niederösterreich von 2007 bzw. 2010 ist jedoch wahrscheinlich. Zur Toten im Burgenland gibt es kaum neue Erkenntnisse.

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Eine unter der Leitung des Bundeskriminalamts (BK) eingerichtete Arbeitsgemeinschaft soll nun die Ermittlungen zu den Frauenmorden koordinieren. Das teilten die Ermittler am Freitag bei einer Pressekonferenz im BK in Wien mit. Mit dem am Dienstag entdeckten Fall im Burgenland sind seit 2005 in mehreren Bundesländern fünf verkohlte Leichen von ermordeten Frauen gefunden worden. Ein Zusammenhang gilt aber lediglich für die beiden 2007 bzw. 2010 in Niederösterreich entdeckten Morde an Wiener Prostituierten als sehr wahrscheinlich. Im Fall einer etwa 50-Jährigen, die zwischen Nickelsdorf und Zurndorf abgelegt und angezündet worden war, gibt es unterdessen kaum neue Erkenntnisse.
Arge koordiniert die Ergebnisse
Die Führung der Arbeitsgemeinschaft "Frauenmorde" wird die Abteilung 3 - Ermittlungen, Allgemeine und Organisierte Kriminalität - im BK übernehmen, sagte deren Leiter Ernst Geiger. Die Landeskriminalämter ermitteln in ihren jeweiligen Fällen, die Arge koordiniert die Ergebnisse und stimmt die Erhebungen ab, unter anderem bei regelmäßigen Sitzungen. Die operativen Fallanalysten des BK unterstützen die Arbeit. Es handle sich nicht um eine Sonderkommission in dem Sinn, dass Ermittler zusammengezogen würden.
Nur sieben von 410 getöteten Frauen angezündet
Laut Geiger wurden lediglich sieben der seit 1960 getöteten 410 Frauen nach der Tat angezündet. Neben den fünf Fällen in Niederösterreich, der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland betrifft das lediglich eine sehr alte Causa sowie den Mord an einer Wiener Prostituierten, die 1987 in einem Wald bei Hausleiten abgelegt und angezündet wurde. Diese Tat ist bis heute ungeklärt. Laut Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamts Niederösterreich, war zwischenzeitlich sogar der verurteilte Serienkiller Jack Unterweger einmal tatverdächtig.
Laut Geiger ist es bei dem 2008 beim Kärntner Ort Völkermarkt entdeckten Mord an einer bisher unbekannten Frau ziemlich sicher auszuschließen, dass ein Zusammenhang zu den anderen Fällen besteht: "Dieser ist gänzlich anders." So sei der Auffindungs- auch der Tatort, das Opfer wurde außerdem erschossen. Auch bei einer bisher nicht identifizierten Frauenleiche, die 2005 an der steirischen A2 gefunden worden war, werden Zusammenhänge eher skeptisch beurteilt, wenn auch nicht gänzlich ausgeschlossen.
Bleiben die beiden Morde an den in Wien tätigen Prostituierten Katerina Vavrova vom August 2007 und Petya Filkova vom Mai 2010, die jeweils nach dem Mord zum Auffindungsort gebracht und dort angezündet wurden: Obwohl es auch Unterschiede im Modus Operandi gibt - Vavrova wurde mit Messerstichen malträtiert, Filkova erschlagen -, überwiegen für Polzer die Gemeinsamkeiten. "Es gab in beiden Fälle massive Angriffe gegen Kopf und Hals", sagte der Kriminalist. Beide hätten in Wien gearbeitet. Beide seien auch länger in der Gewalt des Täters gewesen, der die Leichen Stunden nach dem Mord an den Fundort - Asparn an der Zaya bzw. Hohenruppersdorf - gebracht habe. Vavrova schnitt er übrigens die Hände ab. "Sollte auch der Fall von 1987 dazu gehören, ist der Täter heute mindestens 50 Jahre alt", sagte Polzer.
Wenig Anhaltspunkte haben die Ermittler bisher zu der Ermordeten im Burgenland. Es sei "unseriös" zu sagen, ob es hier Zusammenhänge gibt, meinte Geiger. Rainer Erhart, Leiter des burgenländischen Landeskriminalamts, ergänzte: "Die Grundermittlungen sind noch nicht abgeschlossen." Die Identität der Toten festzustellen, sei "der springende Punkt". Auch die Tatortermittlungen waren noch nicht abgeschlossen. Ob es sich in diesem Fall um eine Prostituierte handelte, war ebenfalls offen. Die Beschreibung der Toten wurde auch bereits mit Vermissten-Meldungen im benachbarten Ausland verglichen, bisher ohne Ergebnis.











