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Zuletzt aktualisiert: 20.07.2010 um 11:40 Uhr

Zehn Tonnen Beton rissen drei Arbeiter in die Tiefe

Am Dienstag ist in Graz auf einem Rohbau eine Zwischendecke eingestürzt. Ein Mann wurde verschüttet und musste in einer aufwendigen Aktion der Feuerwehr befreit werden.

Beim Einsturz einer Betondecke wurde ein Arbeiter verschüttet

Foto © Rotes KreuzBeim Einsturz einer Betondecke wurde ein Arbeiter verschüttet

Ein Kranführer war gestern Vormittag einziger Zeuge eines folgenschweren Arbeitsunfalles im alten Vergnügungspark auf dem Grazer Messegelände. Von seiner Kabine aus musste er mit ansehen, wie eine frische Betondecke einbrach und drei Arbeiter in die Tiefe riss.

Es war gegen 9.15 Uhr. Die beiden Kroaten Ivan C. (56) und Stjepan V. (53) sowie der Steirer Christian P. (28) waren mit der Errichtung einer 40 Quadratmeter großen Betondecke beschäftigt. Plötzlich gab das Konstrukt unter ihnen nach, die Eisensteher knickten ein. Zehn Tonnen Beton und Eisen krachten sieben Meter in die Tiefe - und rissen drei Arbeiter mit sich.

"Deckeneinsturz, drei Arbeiter verschüttet", lautete die Meldung, die Sekunden später beim Roten Kreuz, der Berufsfeuerwehr und der Polizei einging. Die Rettungskräfte gaben Großalarm. Einsatzfahrzeuge rasten zur Unglücksstelle.

Selbst befreit

Als die Rettungsmannschaften eintrafen, waren zwei Arbeiter bereits in Sicherheit. Sie hatten sich selbst befreien können. Die Sanitäter und Notärzte versorgten die beiden an Ort und Stelle, dann wurden sie in das Unfallkrankenhaus Graz gebracht.

Währenddessen hatten die Männer der Grazer Berufsfeuerwehr (Höhlenrettung) und ein Notarzt des Roten Kreuzes mit der Bergung des schwer verletzten Ivan C. begonnen. C. war zum Teil verschüttet. Er hatte Beckenverletzungen, einen Oberschenkelbruch und Wirbelverletzungen erlitten. Nach etwa einer halben Stunde war auch er geborgen. Der Kroate wurde in die Chirurgie des Landeskrankenhauses Graz eingeliefert.

"Die Arbeiter hatten Glück im Unglück", sagt ein Polizist. "Da sind überall Eisenteile hervorgestanden. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sie auf ein solches Eisen gefallen wären."

Die Einsturzursache war am Dienstag noch unklar. Polizei und Arbeitsinspektorat und ein Gerichtssachverständiger nahmen die Ermittlungen auf. "Wir wissen nicht, was der Auslöser war", sagt Dieter Klanatsky von der Polizeiinspektion Finanz. "Wir warten auf den Bericht des Gerichtssachverständigen."

HANS BREITEGGER

Audio

Antenne Jürgen Brunner vom Roten Kreuz zu den Verletzungen des Verschütteten

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