Geldmangel gefährdet Kampf gegen HIV
Keine guten Nachrichten zum Start der Internationalen Aids Konferenz in Wien: Erfolge im Kampf gegen HIV stehen in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise auf der Kippe.

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In Afrika stehen die bisher errungenen Erfolge im Kampf gegen HIV/Aids in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise auf der Kippe. "Wenn die Geberländer ihre finanziellen Zusagen nicht einhalten, werden in Zukunft wieder mehr Menschen an Aids sterben. Dann fallen wird zurück in die 90er Jahre, als es in den Länder den Nordens die antiretrovirale Therapie zur Verfügung stand und in den südlichen Ländern nicht." Darauf wies Teguest Guerma hin, bis vor kurzem Direktorin der Bereichs HIV/Aids der WHO und jetzt Generdirektorin von Amref, der größten NGO Ostafrikas, die im Gesundheitsbereich tätig ist.
"In Kenia zum Beispiel ist die Rate der HIV-Infizierten von zehn Prozent in den 90er Jahren auf sechs Prozent gesunken. Das wurde durch Aufklärung, Prävention und Therapien erreicht", sagte die Medizinerin im Vorfeld des Welt-Aids-Kongresses in Wien der APA. Der Mangel an Aids-Medikamenten in Afrika ist ein altes Problem - nur 40 Prozent der Menschen, die Behandlung brauchen, haben aktuell Zugang dazu. "Auch in Kenia gibt es einen Mangel, obwohl die Regierung ihre Ausgaben für Medikamente drastisch erhöht hat", so Guerma. "Wenn es jetzt zu Kürzungen kommt, ist das Ziel, die Zahl der HIV-Infektionen von Babys durch die Mütter in einigen Jahren auf Null zu reduzieren, nicht zu erreichen."
Amref (African Medical and Research Foundation) selbst betreut HIV-Infizierte und Aidskranke im Rahmen ihrer generellen Gesundheitsprojekte. Teguest Guerma: "Wir sind dort, wo andere nicht mehr hinkommen - in Slums, in entlegenen Regionen und bei Nomaden." Und der HI-Virus ist ebenfalls überall. "Mit Prävention und Aufklärung allein ist es nicht getan. Die Menschen brauchen rechtzeitig Zugang zu Medikamenten - und zwar zu den richtigen. Wir haben jetzt die Kombi-Therapie, die allerdings kompliziert ist. Eine Tablette am Tag wäre ideal - aber dieses Medikament ist derzeit zu teuer. Es muss jedoch zu schaffen sein - es ist bei der Bekämpfung der Tuberkulose gegangen, also warum nicht auch bei Aids?"
Apropos Tuberkulose: Das ist in Afrika die häufigste Erkrankung bei HIV-Infizierten. Bei entsprechender Medikation sei ein Rückgang der Fälle um 90 Prozent verzeichnet worden, sagte Guerma.
Amref hat im Haushaltsjahr 2010/2011 nach den Worten der Generaldirektorin um 20 Prozent weniger Mittel für Projekte zur Verfügung als zuletzt. "Wir werden uns verstärkt um private Spender bemühen. Auch Organisationen wie Oxfam und die Unicef tun das - Fundraising zum Beispiel durch Charity-Dinner und -auktionen", sagte Guerma. Denn die Palette der zu Betreuenden wird größer werden: In Afrika gibt es immer mehr Drogenkonsumenten, die an der Nadel hängen, und sich auf diesem Weg mit dem HI-Virus anstecken.












