Greenpeace fordert Dörfler und Voves zum AKW-Protest auf
Die Pläne des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, die permanenten Energieversorgungsprobleme seines Landes durch ein Comeback der Atomenergie in seinem Land zu lösen, hat den Protest von Greenpeace ausgelöst.

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In einem offenen Brief an die Landeshauptmänner der Steiermark und Kärntens, Franz Voves (S) und Gerhard Dörfler (FPK), appelliert die Umweltschutzorganisation am Freitag, gegen das italienische Vorhaben aktiv zu werden und wirft den beiden Politikern gleichzeitig vor, "im atompolitischen Dornröschenschlaf" zu schlummern.
"Die österreichischen Landeshauptleute müssen zum Schutz der Menschen vor allem in den grenznahen Bundesländern endlich aktiv werden und offen legen, was sie gegen die Atompläne Silvio Berlusconis zu tun gedenken", so Greenpeace-Sprecher Steffen Nichtenberger.
In den kommenden Jahren ist der Bau von vier neuen Atomkraftwerken in Italien vorgesehen, u.a. in Chioggia südlich von Venedig "und somit nur 160 Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze entfernt". Berlusconi ignoriere damit die Mehrheit der italienischen Bevölkerung, die sich 1987 im Zuge einer Volksabstimmung nach der Tschernobyl-Katastrophe für den Ausstieg aus der Atomkraft ausgesprochen hat. Die damaligen Atommeiler wurden umgehend stillgelegt, seitdem ist Italien zum großen Teil von Stromimporten - u.a. aus Frankreich und Russland - abhängig.
Untätige Politiker?
Greenpeace fordert nun Voves und Dörfler auf, auf den Präsidenten der Region Venetien, Luca Zaia, "einzuwirken, damit dieser bei Regierungschef Silvio Berlusconi Protest gegen dessen Atompläne einlegt". Der österreichischen Politik wirft Greenpeace indes Untätigkeit vor: "Während vor Österreichs Grenzen die Atomgefahr droht, legen vor allem der steirische und der Kärntner Landeshauptmann die Hände in den Schoß", so Nichtenberger. Nur ein rasches Handeln aller Atomkraft-Gegner in Italien und den angrenzenden Staaten könne noch Berlusconis Atompläne stoppen.
Pläne weit gediehen
Diese Pläne scheinen freilich schon weit gediehen, war doch der italienische Regierungschef im April in Paris, um dort mit Staatspräsident Nicolas Sarkozy ein Abkommen für den Einkauf von französischem AKW-Know how zu besprechen. Im Mai unterzeichnete Italien dann mit Slowenien ein Abkommen, das Sicherheitsrichtlinien und gegenseitige Information im Bereich der Nutzung von Atomenergie regelt. Weitere Verträge seien u.a. mit Österreich und den USA geplant, hieß es damals aus Kreisen der Regierung in Rom.










