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Zuletzt aktualisiert: 22.06.2010 um 18:13 UhrKommentare

Öl verpestet den Urlaub in Hurghada

Vor der Küste des Badeortes im Roten Meer tritt aus einer Bohrplattform Öl aus. Umweltschützer schlagen Alarm, Ägyptens Regierung versucht zu beruhigen.

Foto © APA

Schon wieder eine Ölpest, wenngleich sich deren Ausmaß nicht mit jenem der Katastrophe im Golf von Mexiko vergleichen lässt: Vor der Küste des ägyptischen Badeortes Hurghada am Roten Meer tritt nach Angaben von Umweltschützern Öl aus einer Bohrplattform aus.

Er habe Informationen, dass aus dem Leck wieder Öl fließe, nachdem es seit Donnerstag vorübergehend geschlossen gewesen sei, sagte der Biologe Ahmed el Drubi, Mitglied der Vereinigung zum Umweltschutz in Hurghada (HEPCA), die die Verschmutzung öffentlich gemacht hatte.

Einige Inseln seien besonders betroffen, dort seien tote, ölverschmierte Vögel und Meeresschildkröten gefunden worden, erklärte El Drubi. Die Inseln seien praktisch unberührt und damit von großer Bedeutung für Tiere und Pflanzen. Auch einige Urlauberstrände wurden verschmutzt.

Ein ägyptischer Regierungssprecher erklärte, die Menge des ausgetretenen Öls sei "begrenzt", nannte aber keine Einzelheiten. Der Ölteppich sei in der vergangenen Woche entdeckt worden und inzwischen weitgehend eingedämmt, sagte er der amtlichen ägyptischen Nachrichtenagentur MENA. Der Leiter der Abteilung für Umweltschäden, Mahmud Ismail, beteuerte, die Strände würden in wenigen Tagen gesäubert sein. Von den Hotels gebe es nur wenige Beschwerden. Er räumte allerdings ein, die Lage auf den Inseln sei schlimmer.

Die HEPCA wirft der Regierung vor, sie wolle das Ausmaß der Schäden verschleiern.

Aus Kreisen der betroffenen Ölfirma verlautete, der Ölteppich habe die Küste auf einer Länge von 160 Kilometern verschmutzt. Verursacht wurde die Verschmutzung den Angaben zufolge von einem Leck auf einer Bohrplattform nördlich von Hurghada. Der Badeort ist eines der wichtigsten Touristenzentren in Ägypten und ein beliebtes Tauchrevier. Die Regierung schwieg tagelang zu dem Ölunfall. Grund dafür ist möglicherweise die Sorge, dass der Ölteppich Touristen verschrecken könnte.

Der umstrittene und zuletzt wegen seiner Teilnahme an einer Segelregatta scharf kritisierte BP-Chef Tony Hayward hat indes die Leitung im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko weitgehend abgegeben. Hayward werde das Tagesgeschäft einer Einheit unter Bob Dudley überlassen, aber die Oberaufsicht behalten, sagte BP-Stabschef Steve Westwell gestern bei einer Veranstaltung, an der eigentlich Hayward teilnehmen sollte. Er wurde mehrfach von Umweltschützern unterbrochen.

Das Öldesaster im Golf von Mexiko beherrscht seit zwei Monaten die Schlagzeilen weltweit und hat sich mittlerweile zur größten Umweltkatastrophe in der US-Geschichte entwickelt. Hunderte Millionen Liter Öl sind ins Meer geflossen, die Strände der Region sind auf einer Länge von mindestens 190 Kilometern verschmutzt.

Dennoch treiben weltweit Staaten ihre Pläne für Bohrungen in immer tieferen Gewässern voran. Verzögerungen bei der Erschließung der Schätze aus der Tiefe sind für Länder wie Brasilien, Nigeria und Angola, in denen das Schwarze Gold als Rückgrat des künftigen Wirtschaftswachstums gilt, undenkbar.


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