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Zuletzt aktualisiert: 13.06.2010 um 05:00 UhrKommentare

Sie dienen dem Frieden

Knapp 10.000 Kärntner Soldaten standen in den letzten 50 Jahren im Auslandseinsatz. Ihre Beweggründe, ihre Ziele, ihre Ängste.

Oberst Walter Gitschthaler (Mitte), Vzlt. Erwin Pachfischer (links) und Vzlt. Karl Heinz Striednig

Foto © BundesheerOberst Walter Gitschthaler (Mitte), Vzlt. Erwin Pachfischer (links) und Vzlt. Karl Heinz Striednig

Seit 50 Jahren stehen österreichische Soldaten im Auslandseinsatz. An 87 Missionen auf fünf Kontinenten haben mehr als 90.000 Soldaten teilgenommen - davon fast 10.000 Kärntner. Worauf ist zurückzuführen, dass auf den Rekrutierungslisten unser Bundesland unter den "Top Drei" aufscheint?

Oberst Walter Gitschthaler (50), stellvertretender Militärkommandant, glaubt, dass es dafür gute Gründe gibt: "Disziplin, gute Ausbildung, exzellente Einsatzvorbereitung, eine ausgeprägte Milizstruktur und vielleicht auch die Tatsache, dass wir geografisch am Schnittpunkt dreier Kulturen leben, die uns seit Jahrhunderten prägen. All das ist unverrückbar mit der Erfolgsbilanz beim Auslandseinsatz verbunden." Bis zum Fall der Berliner Mauer wurden "Auslandsgeher" in den eigenen Reihen nicht immer nur mit Applaus bedacht. "Als ich 1973 als junger Gefreiter erstmals für eine UN-Mission ins Ausland ging, schimpfte man mich einen Verräter", erinnert sich Vizeleutnant Erwin Pachfischer (54). Der Unteroffizier beim Jägerbataillon 25 ist mit 13 Einsätzen einer der erfahrensten Kärntner Auslandseinsatzsoldaten. "Im Laufe der Jahre hat man aber erkannt, dass wir viel Neues mit nach Hause bringen: Erfahrungen, Kontakte, Wissenswertes über Land, Leute und Kultur. Es setzte ein Meinungsumschwung ein. Es wurde als Bereicherung anerkannt, wenn ein Kamerad längere Zeit im Ausland war", so Pachfischer.

Bei seinem bisher letzten Einsatz jenseits der rot-weiß-roten Staatsgrenze im Jahr 2000 hat er seine Ehefrau, eine Norwegerin, kennen gelernt. Sie gab ihren Top-Job als Flughafenmanagerin auf, um ihrem Partner nach Kärnten zu folgen. Pachfischer: "Auch das ist ein Beispiel dafür, dass multikulturelle Offenheit prägend wirkt." Den größten Wandel erlebte das Bild des Auslandssoldaten nach dem Beitritt Österreichs zur Nato-Partnerschaft für den Frieden vor 15 Jahren. "Ob bei internationalen Großübungen oder den Frieden erhaltenden Einsätzen - wir sind gefragt und anerkannt", analysiert Walter Gitschthaler, selbst auslandserfahren. Vizeleutnant Karl Heinz Strieding (48) ist am Dienstag als Zugführer mit der Kaderkompanie des Jägerbataillons 25 zu seinem bereits zehnten Auslandseinsatz nach Bosnien aufgebrochen. Zehn Monate verbrachte Striednig unter anderem in Afghanistan. "Eine schwierige Zeit, in der ich aber aufgrund der engen Zusammenarbeit mit anderen Nationen viel gelernt habe."

In einem sind sich Gitschthaler, Striednig und Pachfischer einig: "Gerade bei Auslandseinsätzen werden Kameradschaft und gegenseitiges Vertrauen, weit über alle Dienstgrade und Hierarchien hinweg, geschmiedet und gefestigt." Zudem gewinnt der humanitäre Aspekt verstärkt an Bedeutung. "Ob Bosnien, der Kosovo oder zuletzt die Mission im Tschad - alle Einsätze haben das Bild des österreichischen Soldaten als Helfer und Beschützer wesentlich geprägt."

Tipp: Mittwoch, 16. Juni, ORF 2, 22.30 Uhr: "Vom Kongo bis in den Tschad", eine Dokumentation über 50 Jahre Bundesheer-Auslandseinsätze von Walter Seledec.

PETER KIMESWENGER

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Im Kosovo wachen die Soldaten seit Jahren über den brüchigen FriedenFoto © Bundesheer

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Der humanitäre Einsatz der Österreicher in Bosnien wurde zum Vorzeigeprojekt Foto © Bundesheer

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Minen, wie hier am Golan, sind eine der Hauptfallen bei Auslandseinsätzen Foto © Bundesheer

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