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Zuletzt aktualisiert: 09.06.2010 um 10:14 UhrKommentare

Hier werden Chancen serviert

In der Diakonie Kärnten in Waiern findet morgen der Abschluss des EU-Projektes "ability@work" statt. Dabei ging es darum, Menschen, die sich etwas schwerer tun, besser in den Berufsalltag zu integrieren.

Die 17-jährige Jasmin Woskowiak lernt derzeit im Haus Philippus der Diakonie Kärnten in Waiern

Foto © SchusserDie 17-jährige Jasmin Woskowiak lernt derzeit im Haus Philippus der Diakonie Kärnten in Waiern

Menschen mit einer Lernbeeinträchtigung oder mit einer Behinderung den Einstieg in den allgemeinen Berufsalltag zu erleichtern - das ist das Ziel des EU-Projektes "ability@work", an dem sich auch die Diakonie Kärnten beteiligt hat. Seit zwei Jahren läuft das Leonardo-Programm, im Rahmen dessen Institutionen aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden Konzepte erarbeiteten. Morgen findet in Waiern die Abschlusstagung statt, bei der die Ergebnisse präsentiert werden.

"Es war eine sehr intensive Zeit mit zahlreichen Workshops und Treffen. Erfahrungen wurden ausgetauscht. Es war ein tolles Projekt. Ich kann für mich persönlich sagen, dass ich davon sehr viel mitnehmen konnte", sagt Martina Michorl, Teamleiterin im Haus Philippus in Waiern, die für die integrative Berufsausbildung verantwortlich ist.

Die Praxis schaut eigentlich nicht anders aus als bei Lehrlingen, nur dass die Menschen, die sich etwas schwerer tun, eine Ausbildung in einer Betreuungseinrichtung wie der Diakonie absolvieren. Das kann drei Jahre oder mehr in Anspruch nehmen. Später werden sie dann in den allgemeinen Arbeitsmarkt "entlassen". "Wir gehen dabei ganz individuell auf jede einzelne Person ein", so Michorl. Durch das EU-Projekt kam man vor allem auch zur Erkenntnis, dass es künftig vermehrt darum gehen wird, den Menschen Soft-Skills näherzu- bringen. Dabei handelt es sich auch um deren soziale Kompetenzen. Michorl: "Es geht um den Umgang mit anderen Leuten oder das Handeln im Team. Aber beispielsweise auch darum, mit Kritik umgehen zu können. Das sind zumeist jene Sachen, an denen es scheitert. Denn das Fachliche selbst lernen sie sowieso."

Alles in allem soll der Qualitätsstandard verbessert werden, damit die Menschen noch mehr Chancen auf eine Integration in den Arbeitsmarkt haben. Dass dafür auch die Betreuer regelmäßig geschult werden müssen, versteht sich. Eine solche Möglichkeit bot das nun auslaufende Projekt "abiltity@work". Morgen soll aber kein endgültiger Schlussstrich gezogen werden. Mit den Einrichtungen aus den anderen Ländern will die Diakonie auch in Zukunft in Kontakt bleiben.

In Waiern hat man für die Zukunft diesbezüglich schon ein weiteres Ziel ins Auge gefasst. Neben einer Anlehre beispielsweise für Malerei, Tischlerei oder Gärtnerei wurde ein Konzept eingereicht, das eine Ausbildung im Bereich des Tourismus vorsieht.

CHRISTIANE CANORI

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