Reisen, wohin das Auto trägt
Aschewolke und Griechenlandkrise - da liegt für die Österreicher das Gute heuer nah.

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Aschewolke und Ölpest, Wirtschaftskrise und schwächelnder Euro, Streiks und gewaltgeladene Demonstrationen - und zu allem Überfluss der kälteste Sommerbeginn seit Jahren. Das sind nicht gerade die Ingredienzien für ungetrübte Urlaubsfreude.
Der Tourismuswirtschaft bleibt heuer nichts erspart. Dabei war der Saisonbeginn vielversprechend, die Sommerbuchungen sind gut angelaufen. "Wir sind mit den Buchungen auf Vorjahresniveau. Ohne die bekannten Vorfälle wäre es ein gutes Jahr für die Reisebranche geworden", bedauert Michael Bachlechner, Chef des größten heimischen Reiseveranstalters Verkehrsbüro, die Entwicklung.
Aussichten getrübt
Vulkan Eyjafjallajökull und die "Griechische Tragödie" haben die sonnigen Aussichten der Branche getrübt. 104 Millionen Euro musste alleine Europas größter Tourismuskonzern TUI in den Rauchfang schreiben. Zwölf Tage lang war das Geschäft im April wegen der Flugverbote beeinträchtigt, 175.000 Reisen fielen aus. "Dabei war es noch ein großes Glück, dass das im April passiert ist. Nicht auszudenken, wenn die Aschewolke in der Hauptsaison auftaucht", meint Gürsel Erel, Chef des Türkeispezialisten Bentours. Doch das Gedächtnis der Menschen ist kurzlebig. "Die Aschewolke ist kein Thema mehr", glaubt der Fachverbandsobmann der Reisebüros, Edward Gordon. Dennoch wollen die Österreicher auf Nummer sicher gehen: Der Trend zu erdgebundenen Nahzielen ist nicht zu übersehen. Nach dem Motto: "Wenn etwas passiert, bin ich in ein paar Stunden mit dem Auto wieder zu Hause."
"Die Selbstfahrerdestinationen Kroatien, Slowenien und Oberitalien sind gefragt wie selten zuvor", beobachtet Bachlechner. Von dem Selbstfahrertrend sollte auch Österreich profitieren können. Den positiven Aussichten für den heimischen Tourismus könnte nur noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Sollte der Juni temperaturmäßig dem Mai ähneln, könnten viele Touristen fröstelnd in wärmere Ziele flüchten.
Randale statt Sirtaki
Seit Griechenland mit Pleiteszenarien statt Inselidylle und mit Randalen statt Sirtaki aufwartet, ist das Lieblingsziel der Österreicher schwer in Misskredit geraten. Insgesamt sind die Griechenlandbuchungen um etwa 12 Prozent eingebrochen. Reiseveranstalter Thomas Cook spricht sogar von 30 Prozent. Für Griechenland eine Katastrophe, rund ein Fünftel der Staatseinnahmen und 700.000 Arbeitsplätze hängen am Tourismus.
Trotz der Einbrüche ist Griechenland mit einem Anteil von 18 Prozent immer noch das beliebteste Reiseziel der Österreicher. Gordon beruhigt jene, die eine Preissteigerung für Ouzo, Retsina und Moussaka befürchten. "Die Preise werden sogar zurückgehen. Weil Kapazitäten leer stehen, wird schärfer kalkuliert."
Unangefochten auf der Überholspur ist die Türkei. Die Hände reibt sich Gürsel Erel, der für heuer einen zweistelligen Buchungszuwachs prophezeit. Er hat bereits vorgesorgt und in Belek einen Magic Life Club übernommen. Denn ohne All-inclusive-Klubs, den Garanten für preisgünstigen Urlaub, wäre die Türkei nicht so im Aufwind.
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Patriotisch
Rot-weiß-roter Urlaub ist "leiwand" und zwar bei den eigenen Landsleuten. Beinahe jeder dritte Österreicher verbringt seinen Urlaub im Inland. Damit hat sich Österreich als beliebtestes Ziel heimischer Reisender etabliert. Die Prioritäten der Österreicher sind klar: Auch im eigenen Land wird der Süden bevorzugt. Die beliebtesten Urlaubsziele sind Kärnten und die Steiermark. 6,9 Prozent der verreisenden Österreicher haben ihren Haupturlaub in Kärnten verbracht, 6,2 Prozent in der Steiermark. Inlandsurlaube dauern im Schnitt 7,6 Tage, während heimische Reisende 12,7 Tage im Ausland verweilen.










