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Zuletzt aktualisiert: 02.06.2010 um 14:51 UhrKommentare

Kärntner Flüchtling in Deutschland als Mordverdächtiger verhaftet

31-jähriger Tschetschenien-Flüchtling, der in Wolfsberg lebt und per internationalem Haftbefehl als Mordverdächtiger gesucht wurde, ging deutschen Polizisten in Passau ins Netz.

Foto © AP

Ein 31-Jähriger in Kärnten lebender Tschetschene wurde am Montag auf dem Parkplatz "Brand" auf der A3 in Passau von deutschen Polizisten verhaftet. Der Mann wird laut internationalem Haftbefehl von Russland seit 2009 wegen Mordes gesucht. Michael Emmer vom Polizeipräsidium Niederbayern: "Aus dem Haftbefehl des Bezirksgerichts Groznenzky aus dem Jahr 2004 geht hervor, dass der Tschetschene verdächtigt wird, mit einer Halbautomatik-Waffe von einem fahrenden Auto aus einen Mann erschossen zu haben."

Asyl in Österreich

Der 31-Jährige hat bereits vor einigen Jahren politisches Asyl in Österreich bekommen. Er hat seitdem in Wolfsberg gelebt - offenbar in Kärnten unbescholten. Er ist in Passau in Haft und erwartet dort die Auslieferung nach Russland.

Siegfried Stupnik vom Flüchtlingshilfsvereins "Aspis": "Ich habe die Information Dienstagabend erhalten und umgehend das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge in Wien eingeschalten." 2009 habe es bereits zwei Fälle gegeben, in denen Tschetschenen mit österreichischen Konventionspässen von Russland wegen angeblicher schwerer Straftaten per internationalem Haftbefehl gesucht wurden. In beiden Fällen hätten sich die Beschuldigungen als unhaltbar herausgestellt, den Anträgen Russlands wurde nicht stattgegeben.

2003 hatte ein Auslieferungsfall in Großbritannien weltweites Aufsehen erregt: Russland bezichtigte 2002 den tschetschenischen Exil-Oppositionellen Achmed Zakayev terroristischer Akte. Zakayev ist heute gewählter Premierminister der Exilregierung der (nicht anerkannten) tschetschenischen Republik. London verweigerte 2003 die Auslieferung Zakayevs und nannte den russischen Auslieferungsantrag "politisch motiviert".

ELKE GALVIN

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