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Zuletzt aktualisiert: 01.06.2010 um 17:14 UhrKommentare

Ermittler tappen weiterhin im Dunklen

Der Fall der getöteten Prostituierten in Niederösterreich weist Parallelen zu Fall einem Fall im Jahre 2007 auf. Beide Leichen wurden angezündet. Die Auffindungsorte waren in beiden Fällen nicht die Tatorte.

Foto © APA/Sujet

Im Fall der bei Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf) ermordet aufgefundenen bulgarischen Prostituierten gab es vorerst keine zielführenden Hinweise. Es sei noch "nichts Passendes" dabei, sagte Chefinspektor Leopold Etz vom Landeskriminalamt NÖ am Dienstagnachmittag zur APA. Intensive Ermittlungen würden fortgesetzt.

Das Sonntag früh entdeckte Opfer wurde am folgenden Tag identifiziert. Es handelte sich um die 24-jährige Petya Filkova. Die Frau hatte seit zwei Jahren auf dem Straßenstrich auf der äußeren Mariahilfer Straße nahe dem Westbahnhof in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus ihr Geld verdient. Dort wurde sie am späteren Freitagabend auch zuletzt lebend gesehen.

Das Verbrechen an der Bulgarin, die aus Pleven stammte, ledig und zuletzt unangemeldet in Wien wohnhaft war, dürfte sich laut Obduktion in der Nacht auf Samstag ereignet haben, sagte Etz. Die Frau war erschlagen worden. Ihre unbekleidete Leiche wurde vermutlich in der Nacht auf Sonntag auf einem Güterweg nächst der L15 zwischen Hohenruppersdorf und Niedersulz im Weinviertel abgelegt. Das Opfer war auch angezündet worden. Es wurde am Sonntag gegen 8.30 Uhr von Arbeitern entdeckt.

Etz zufolge war die 24-Jährige am Freitag gegen 22.00 Uhr noch bei einem Kebab-Stand auf der äußeren Mariahilfer Straße gesehen worden. Etwa zu dieser Zeit hatte sie auch mit einer Freundin telefoniert. Danach verliert sich ihr Weg. Vermutlich ist die Prostituierte zu einem Kunden ins Auto gestiegen. Diesbezügliche Hinweise gab es vorerst jedoch nicht.

Die Gewalttat an der Bulgarin weist Parallelen zum knapp drei Jahre zurückliegenden Verbrechen an der damals 23-jährigen Prostituierten Katerina Vavrova auf, die am 6. August 2007 aufgefunden wurde. Die Leiche der auf dem Straßenstrich im Prater tätig gewesenen Tschechin war ebenfalls nackt abgelegt und angezündet worden. Der Auffindungsort befand sich in Asparn a.d. Zaya (Bezirk Mistelbach) - auch im Weinviertel und nur rund 25 Kilometer von Hohenruppersdorf entfernt. Es gebe durchaus Punkte, die Parallelen vermuten lassen könnten, hieß es von Kriminalistenseite.

Auffindungsort nicht der Tatort

Die Fahnder interessiert vor allem auch, wer die Bulgarin am späteren Freitagabend noch gesehen hat und ab diesem Zeitpunkt über den weiteren Verbleib der Frau Angaben machen kann. Hinweise sind nach wie vor an das Landeskriminalamt unter Tel.: 059133/30-3333 oder an jede Sicherheitsdienststelle erbeten. In die Ermittlungen sind etwa 20 Beamte eingebunden. Eine Sonderkommission sei derzeit "kein Thema".

Die 24-Jährige war 1,55 Meter groß, schlank und hatte schwarzes, schulterlanges Haar. Am Freitagabend soll sie u.a. mit schwarzen Jeans, weißer Jacke und einer schwarzen Bluse mit Tigermuster auf der Vorderseite bekleidet gewesen sein. Außerdem hatte die Bulgarin eine schwarze Handtasche bei sich. Die Kleidung fehlt. Selbiges gilt für die Handtasche und die Kontrollkarte der Prostituierten.

Wie im Fall der tschechischen Prostituierten im Sommer 2007 war der Auffindungsort im Weinviertel nicht auch der Tatort. Katerina Vavrova war durch zahlreiche Messerstiche getötet und auch gewürgt worden, Petya Filkova wurde durch wuchtige Schläge auf den Kopf umgebracht. Der Tschechin waren überdies die Hände abgetrennt worden. Dies geschah - ebenso wie das Anzünden in beiden Fällen - offenbar, um die Identität der Toten zu verschleiern. Von der damals 23-Jährigen fehlt bis heute die Kleidung. Schmuck der Frau war seinerzeit laut Kriminalisten "fragmenthaft" gefunden worden.


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