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Zuletzt aktualisiert: 23.05.2010 um 23:57 UhrKommentare

BP nahm geringere Sicherheit am Bohrloch in Kauf

Foto © APA

Der Energiekonzern BP hat offenbar wissentlich in Kauf genommen, dass die Sicherheit des Bohrlochs im Golf von Mexiko durch den Einsatz eines provisorischen Ventils verringert war. Das Ventil sollte eigentlich das Bohrloch im Falle einer Explosion verschließen. Der Erdölkonzern habe sich im Jahr 2004 aber für die billigere Variante entschieden, berichtete die Zeitung "Washington Post".

In dem Brief erklärte Christopher Young von der Schweizer Plattform-Betreiberfirma Transocean, dass BP mit der Unterschrift akzeptiert habe, dass das provisorische Ventil die Widerstandskraft des Sicherheitssystems "vermindert" und damit "die Risiken erhöht". Ein BP-Sprecher sagte der "Washington Post" hingegen, Transocean sei allein für die Änderungen am Bohrloch verantwortlich.

Bei der Explosion auf der Ölplattform "Deepwater Horizon" am 20. April hatte das Ventil nicht funktioniert. Laut "Washington Post" funktionierten aber auch zwei andere beständige Ventile nicht, die ebenfalls das Bohrloch hätten schließen sollen.

US-Innenminister Ken Salazar kritisierte, dass BP "Frist um Frist" bei seinen Bemühungen zum Verschluss des Bohrlochs vor der US-Küste verstreichen lasse. "Wenn wir herausfinden, dass sie nicht das tun, was sie vorgeben zu tun, dann werden wir BP in geeigneter Weise aus dem Weg drängen", so Salazar.

Unterdessen bot der Iran den USA am Sonntag erneut Hilfe an. Es sei keine große Sache, das Leck am Bohrloch zu schließen, sagte ein Manager der nationalen iranischen Ölbohrgesellschaft. Der Iran selbst habe damit schon zu tun gehabt, vor allem nach der Bombardierung von Ölplattformen durch den Irak in den 80er Jahren. Die USA werden die Hilfe aber kaum annehmen, sind sie doch mit dem Iran seit der Islamischen Revolution 1979 im Dauerstreit.

Quelle: APA

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