Lage in Polen beruhigt sich nach Hochwasser

Foto © APA
Nach schweren Überschwemmungen in Polen nähert sich das Oder-Hochwasser jetzt langsam Deutschland. Im Südosten Polens beruhigte sich die Lage - dort hatte das Hochwasser von Oder, Weichsel und anderen Flüssen sechs Menschen getötet. Doch Alarmbereitschaft herrscht nun im Norden, dort wuchs die Flutgefahr
In der Region um die Kleinstadt Sandomierz in Südostpolen sanken die Pegelstände der Weichsel und ihrer Zuflüsse sogar, wie Innenminister Jerzy Miller sagte. Die Hochwasserwelle der Oder passierte am Donnerstag Opole (Oppeln) und bewegte sich auf Wroclaw (Breslau) zu. In der Region stieg der Pegelstand der Oder kaum noch.
Das Innenministerium erklärte, das Hochwasser der Weichsel bewege sich auf Warschau zu. Ein Krisenteam prüfe notwendige Maßnahmen zum Schutz der Hauptstadt. In Krakau, wo die Weichsel am Mittwoch nach einem Deichbruch mehrere Straßen überschwemmt hatte, konnte der Deich repariert werden. Die Lage sei nun unter Kontrolle, erklärte das Innenministerium.
In Sandomierz war am Mittwoch damit begonnen worden, rund 4.000 Bewohner mit kleinen Booten in Sicherheit zu bringen, nachdem die Deiche den Wassermassen in der 25.000 Einwohner zählenden Renaissance-Stadt nachgegeben hatten. An den Ufern der Weichsel wurden insgesamt mehrere tausend Menschen in Sicherheit gebracht, sechs Menschen waren in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen.
Polen hatte am Mittwoch wegen des Hochwassers die anderen EU-Staaten um Hilfe gebeten. Die seit Tagen anhaltenden Überschwemmungen könnten nach Ansicht von Verfassungsrechtlern zu einer Verschiebung der für den 20. Juni geplanten Präsidentschaftswahlen führen.










