US-Einheiten vergalten Anschlag auf Bundeswehr
Spezialeinheiten der US-Armee haben den tödlichen Anschlag auf die deutsche Bundeswehr vom Karfreitag vergolten. Sie hätten nur wenig später einen Taliban-Kommandanten aufgespürt und getötet.

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In der nordafghanischen Provinz Kunduz wurden Soldaten der Bundeswehr am Samstag erneut angegriffen.
Laut "Spiegel" gaben hochrangige US-Militärs dem deutschen ISAF-Stabschef Bruno Kasdorf informell das Versprechen, die Hintermänner der beiden tödlichen Anschläge auf die Bundeswehr vom April zu verfolgen, nach Möglichkeit festzunehmen und notfalls zu töten. Bei Gefechten waren im vergangenen Monat insgesamt sieben deutsche Soldaten getötet worden.
Wenige Tage nach dem Tod dreier Bundeswehrsoldaten am Karfreitag hätten Hubschrauber-Besatzungen der Special Forces den Taliban-Kommandanten Mullah Gai aufgespürt. Als dieser eine Panzerfaust auf einen der Hubschrauber abgeschossen habe, hätten die US-Soldaten das Feuer erwidert und ihn getötet, berichtete der "Spiegel".
Am Samstag beschossen mehrere Aufständische etwa zwölf Kilometer vom Bundeswehr-Stützpunkt in Kunduz entfernt deutsche Infanteriesoldaten mit Handwaffen und Panzerfäusten, wie das Einsatzführungskommando in Potsdam erklärte. Kurze Zeit später sei in der Gegend ein Polizeihauptquartier beschossen worden, in dem sich zu diesem Zeitpunkt auch deutsche Kräfte aufgehalten hätten.
Die Bundeswehr-Soldaten gingen den Angaben zufolge gemeinsam mit US-Soldaten und afghanischer Polizei gegen die Aufständischen vor. Als sie danach ihre Suche nach Sprengsätzen fortsetzten, sei es zu weiteren Kampfhandlungen gekommen. Deutsche Soldaten wurden den Angaben zufolge nicht verletzt.
Im Rahmen der NATO-Truppe ISAF sind derzeit rund 4.300 deutsche Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Sie erhalten demnächst verstärkte Unterstützung durch US-Kampfhubschrauber. Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte der "Bild am Sonntag", ab Juni würden mehr als 50 US-Helikopter im unter deutschem Kommando stehenden Norden Afghanistans im Einsatz sein. Nach dem Tod der sieben deutschen Soldaten bei Gefechten im April war zunehmend Kritik an der Ausrüstung der Bundeswehr am Hindukusch laut geworden. Dabei wurde auch das Fehlen von Kampfhubschraubern bemängelt.
Einem weiteren "Spiegel"-Bericht zufolge bemüht sich Staatschef Hamid Karzai weiter um einen Friedensschluss mit den Taliban. Bei seinem Besuch in Washington habe Karzai US-Präsident Barack Obama vergangene Woche einen Fahrplan vorgestellt, mit dem die Taliban-Führung seiner Ansicht nach gewonnen werden und zahlreiche ihrer Anhänger wieder in die Gesellschaft integriert werden könnten. Laut dem 36-Seiten-Dokument, das dem Nachrichtenmagazin vorlag, sollen die Führer des Aufstands freies Geleit ins Exil erhalten, wenn sie ihre Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida kappen. Kämpfer sollen straffrei ausgehen, wenn sie die Waffen niederlegen.









