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Zuletzt aktualisiert: 15.05.2010 um 15:43 UhrKommentare

Tierhasser vergiftete Blindenhund

Schon fünf Hunde sind im Bezirk Kirchdorf (OÖ) giftigen Ködern zum Opfer gefallen. Diesmal erwischte es eine Labradorhündin, die als Blindenhund ausgebildet und im Einsatz war.

Foto © fuxart - Fotolia.com

Ein Blindenhund dürfte in Grünburg (Bezirk Kirchdorf) in Oberösterreich in der Nacht auf Mittwoch das weitere Opfer eines dort umtriebigen Tierhassers geworden sein. Wie die Polizei mitteilte, gehe man derzeit davon aus, dass es sich um den selben Täter handle, der in den Wochen zuvor schon fünf Hunde vergiftet hatte. Der tote Labrador war ein ausgebildeter Blindenhund. Sein Wert wird aufgrund der kostspieligen Schulungen mit etwa 30.000 Euro beziffert.

Der vierjährige Labrador war für seine blinde 26-jährige Besitzerin von großer Bedeutung, um den Alltag meistern zu können. Als sich der Hund Mittwochabend auffällig verhielt, rief man einen Tierarzt zu Hilfe. Dieser stellte Herzrhythmus-Störungen bei der Hündin fest. Nur wenige Stunden später war das Tier tot. Bei einer anschließenden Untersuchung wurden schwere Blutungen im Bauchraum festgestellt. "Ein Indiz, das typisch für Strychnin ist", erklärte eine Tierärztin auf Anfrage der APA. "Das Rattengift lässt ein Tier innerlich verbluten." Ein Gegenmittel in diesem Sinne gibt es nicht. Mit Hilfe von Infusionen und der raschen Zugabe von Vitaminpräparaten könne höchstens versucht werden, das Gift auszuschwemmen und die Blutungen zu stoppen.

2.000 Euro Belohnung

Vier der Hunde konnten so nach dem Fressen der Giftköder noch gerettet werden. Bei einem zehn Wochen alten Welpen kam jede tierärztliche Hilfe zu spät. Dessen Herrchen setzte nach dem Giftanschlag eine Belohnung von 2.000 Euro auf die Ergreifung des Schuldigen aus.

Ob der Labrador tatsächlich durch Rattengift starb, sollen Laborbefunde klären. Laut Polizei ist ein Zusammenhang mit den bisherigen Gift-Vorfällen sehr wahrscheinlich. Ebenso würden derzeit viele Hinweise aus der Bevölkerung einlangen. Vorerst verliefen alle Nachforschungen im Sand. "Derzeit wird jeder abendliche Spaziergänger in dieser Gegend von den Hundebesitzern argwöhnisch beobachtet und verdächtigt", meinte ein Polizist im Gespräch mit der APA.


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