Nach Wolkenbruch - Hochwasser in Teilen Wiens
Ein Kino in der Wiener Lugner City wurde geräumt - das Wasser stand den Kinobesuchern laut einer Zeugin bis zum Knie. Vor allem in U-Bahn-Stationen trat Wasser ein. In mehreren Bezirken fiel der Strom aus.
Ein heftiger Wolkenbruch hat Donnerstagabend in Wien für Überflutungen gesorgt. Die Feuerwehr musste zwischen 17.00 und 21.00 Uhr rund 250 Mal ausrücken, um Hochwasser aus Kellern und Gebäuden abzupumpen bzw. andere Wasserschäden zu bekämpfen, danach gab es vorerst noch 130 laufende Einsätze. Betroffen war vor allem der Bezirk Ottakring, hieß es bei den Einsatzkräften. Manche Haushalte waren dort sowie in der Josefstadt und in Rudolfsheim-Fünfhaus bis in den späten Abend ohne Strom. Die regelrechte Flut an Einsätzen werde die Feuerwehr bis nach Mitternacht auf Trab halten, so einer Sprecher der Florianjünger.
Laut Wien Energie waren zwischen 17.00 und 20.30 rund 20.000 Haushalte ohne Strom. Die Hälfte davon wurde gezielt abgeschaltet um der Feuerwehr Einsätze in überfluteten Kellern zu ermöglichen. Bei 10.000 gab es durch das Wasser Defekte, zum Beispiel nach dem Wassereintritt in Trafostationen. Bis 21.30 Uhr konnten bei zwei Drittel der betroffenen Gebäude die Stromversorgung wieder hergestellt bzw. eingeschaltet werden, bis 21.30 Uhr waren 90 Prozent wieder am Netz, so ein Unternehmenssprecher zur APA. Die restlichen zehn Prozent betrafen nur mehr gezielte Abschaltungen aufgrund von noch nicht beendeten Feuerwehreinsätzen. Diese sollten sobald wie möglich aufgehoben werden.
Neben Ottakring waren laut Feuerwehr auch die Bezirke Mariahilf, Neubau, Hietzing und Penzing massiv betroffen. Kanäle gingen über, in Keller und Tiefgaragen drang laut Polizei Wasser ein, auch Geschäftsräume wurden beschädigt. Über das genaue Ausmaß der Überflutungen gab es noch keine näheren Informationen. Laut Feuerwehr waren neben üblichen Schäden an überschwemmten Gebäuden vorerst keine Beeinträchtigungen bekannt. In einem Hinterhof brach durch die Last des Wassers ein Boden ein, Personen waren nicht in Gefahr.
In der Lugner City wurden die Kinosäle laut einer Zeugin während der Betriebszeiten geräumt: Kunden wurden während des Films evakuiert, das angesammelte Wasser reichte den Menschen bis zum Knie.
Die Öffis konnten nach dem sintflutartigen Regen nur mehr in unregelmäßigen Abständen fahren, in die Station Westbahnhof drang Wasser. Dies führte um 17.00 Uhr zu einem Stopp der U3 zwischen den Haltestellen Volkstheater und Schweglerstraße. Wetterbedingt sei es im gesamten Netz bei mehreren Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Linien zu Staus und längeren Wartezeiten gekommen, so die Wiener Linien.










