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Zuletzt aktualisiert: 21.04.2010 um 19:49 UhrKommentare

Opfer lebendig verbrannt

Erschütternde Details im Mordfall Eva Rhodes (65): Die Tierschützerin wurde in Ungarn bei lebendigem Leib verbrannt. Der mutmaßliche Mörder ist vor Gericht geständig.

In den 60er-Jahren Schauspielerin und Model: Eva Rhodes

Foto © CSIZMASKANDUR.COM In den 60er-Jahren Schauspielerin und Model: Eva Rhodes

Komitatsgericht Györ, Westungarn: Seit Dienstag muss sich Csaba A. (30) wegen Mordes verantworten. Er ist geständig, das Ex-Model und die spätere Tierschützerin Eva Rhodes (65) auf grausame Weise getötet und beraubt zu haben. Rhodes war englische Staatsbürgerin und betrieb in Böny-Szölöhegy, nahe der österreichischen Grenze, ein Tierheim. Am 10. September 2008 verschwand sie.

Erst ein halbes Jahr später wurden ihr Schädel und einige wenige Knochenstücke gefunden. Seither befinden sich die sterblichen Überreste in den Händen von Scotland Yard, denn die Schwester des Opfers, die in Wien lebende Friedensaktivistin Judith Majlath, ist überzeugt, dass nur die englischen Spezialisten den Mord restlos aufklären können. Weder die ungarische Polizei, noch die Justiz hätten ernsthaftes Interesse daran, kritisiert Majlath.

Der erste Prozesstag in Györ brachte erschütternde Details ans Tageslicht. Csaba A. gab zu, Eva Rhodes niedergeschlagen zu haben, danach mit drei Liter Benzin übergossen und angezündet zu haben. Er benutzte dabei auch Teerpappe, die auf dem Anwesen lag. Laut Pathologe war die Frau nur bewusstlos, als ihr Körper in Flammen aufging. Während das Opfer im Hof langsam verbrannte, begab sich der Angeklagte in die Wohnung der Frau und rief mehrere Sexhotlines an. Danach versuchte er, den noch nicht vollständig verkohlten Körper mit einer Mistgabel zu zerstückeln. Dabei dürfte er den Kopf abgetrennt haben.

Csaba A. vor Gericht: "Es ist nur ein Rucksack voll klebriger Teermasse übrig geblieben." Tatsächlich hatte er aber den Schädel und fünf Knochenstücke auf dem Anwesen vergraben.

Für Judith Majlath sind bisher viele Fragen unbeantwortet geblieben. Sie kritisiert auch, dass die Tochter der Verstorbenen den 1000 Seiten dicken Gerichtsakt erst jetzt bekommen hatte und sich daher als Privatbeteiligte auf den Prozess nicht vorbereiten konnte. Außerdem: Eine Kronzeugin behauptet plötzlich, an Panikattacken zu leiden. Sie kam daher nicht zur Verhandlung nach Györ.

HANS BREITEGGER

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Foto © CSIZMASKANDUR.COM

Bild vergrößernIm Alter von 65 Jahren wurde die Tierschützerin ermordet Foto © CSIZMASKANDUR.COM

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