Gefährliche, grüne Doppelgänger: Bärlauch oder doch nicht?
Ein 91-jähriger Burgenländer ist nach dem Genuss von vermeintlichem Bärlauch gestorben. Er hatte die giftige Herbstzeitlose zu sich genommen. Experten raten zu Vorsicht - und einem guten Kräuterwissen.

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Die Pflanze ist beliebt und äußerst vitaminreich. Doch immer wieder wird der Genuss Menschen zum Verhängnis. Dann nämlich, wenn der derzeit allgegenwärtige Bärlauch mit dem Maiglöckchen oder, noch schlimmer, der Herbstzeitlosen verwechselt wird. Ein 91-jähriger Mann aus dem Bezirk Oberpullendorf im Burgenland ist nach dem Verzehr einer vermeintlichen Bärlauch-Eierspeise gestorben. Den Angaben der Polizei zufolge hat er die Blätter mit jenen der für den Menschen giftigen Herbstzeitlosen verwechselt.
Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag. Die Polizei ermittelt nun. Denn die Blätter und Knollen in der Eierspeise hatte die Pflegerin des Mannes gesammelt. Die 55-jährige Frau aus der Ukraine hatte den vermeintlichen Bärlauch in einem an das Grundstück des Pensionisten grenzenden Wald geerntet. Die Polizei geht davon aus, dass die Frau die Blätter verwechselt hat. Auch sie selbst hatte abends von der Eierspeise gegessen und musste sich in der Nacht mehrfach übergeben.
Auch dem Mann ging es so schlecht, dass er vom Hausarzt sofort ins Krankenhaus überwiesen wurde. Dort starb er noch am Freitag. Bei der Obduktion durch die Gerichtsmedizin Graz wurde die Vergiftung festgestellt. Der Pflegerin geht es bereits besser. Gegen sie ermittelt die Polizei nun wegen fahrlässiger Tötung.
Doch warum kommt es immer wieder zu diesen fatalen Verwechslungen? "Der Bärlauch, auch wilder Knoblauch genannt, ist ein Frühlingsgewächs, das viele genau jetzt verwenden, um nach dem Winter frische Vitamine aufzunehmen", sagt Peter Köck vom Institut für Naturschutz Steiermark. Die Blätter sind sowohl jenen des Maiglöckchens als auch der Herbstzeitlosen ähnlich. "Beide sind, in unterschiedlicher Konzentration, für den Menschen giftig", so Köck.
Doch während das Maiglöckchen wegen seiner speziellen Blüte relativ gut vom Bärlauch zu unterscheiden ist, fällt das bei der noch giftigeren Herbstzeitlosen schwerer. "Die Blätter haben große Ähnlichkeit und die Blüte ist erst im Herbst zu sehen", sagt Köck. Alle drei Pflanzen wachsen auf feuchteren Böden.
Den Geruchstest sieht Köck mit Skepsis. "Wenn man an den Blättern reibt, ist der Knoblauchgeruch ja schon an den Fingern." Am wirksamsten sei ein gutes Kräuterwissen. Er rät Bärlauchsammlern zu einem Kräuterbestimmungsbuch. Oder auch, Leute aus der Umgebung zu fragen.
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Vorsicht geboten
Nicht nur bei Bärlauch, Herbst-zeitloser und Maiglöckchen (die Herbstzeitlose enthält das Gift Colchicin) kommt es immer wieder zu fatalen Verwechslungen.











