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Zuletzt aktualisiert: 15.04.2010 um 05:14 UhrKommentare

Senioren sind beliebte Verbrechensopfer

Foto © APA

Mit dem Enkel- oder Neffentrick abgezockt, auf dem Heimweg von der Bank überfallen oder zu Hause gefoltert: Kriminelle suchen sich besonders gerne ältere Menschen als Opfer. Dabei registrieren die Ermittler immer brutalere Methoden, wie am Mittwoch bei einem gemeinsam von Europol und dem Bundeskriminalamt veranstalteten Seminar in Wien bekannt wurde.

Eines der größten Probleme in diesem Zusammenhang sind die Betrugsfälle mit dem sogenannten Enkel- oder Neffentrick. Über Telefon-CDs suchen die Täter nach älter klingenden Namen und telefonieren diese durch. Wenn sich herausstellt, dass es sich tatsächlich um Senioren handelt, dann erhalten die Opfer einen Anruf von jemandem, der sich als Enkel oder Neffe ausgibt. Dabei versucht der Täter dem Opfer den Namen eines engen Verwandten herauszulocken, nach dem Motto: "Rainer, bist du das?" Der Kriminelle bejaht dies und hat die Senioren an der Angel.

Die Banden in dieser Branche sind grenzüberschreitend tätig, wussten die Experten von Europol und Bundeskriminalamt zu berichten. Nachvollziehbar sind die Wege der Täter selten: Sie arbeiten mit im Ausland registrierten Wertkartenhandys und bringen über Finanzdienstleister die erbeuteten Summen unverzüglich in Sicherheit.

Und das ist nicht wenig: Seit 2004 registrierten die heimischen Ermittler 161 vollzogene Betrugsfälle mit einer Schadenssumme von rund drei Millionen Euro. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

Eine andere Masche richtet sich ebenfalls gegen ältere Menschen. Diese werden nach einem Weg auf die Bank angesprochen, die Täter bieten ihnen Hilfe an. So gelangen die Verbrecher in die Wohnung ihrer Opfer. Dort bieten sie ihnen Getränke an, die vermutlich mit KO-Tropfen versetzt sind. Wenn der Senior wieder aufwacht, sind die Wertgegenstände weg.

Quelle: APA

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