Die Trauer schweißt zusammen
Blumenteppich und Kerzenmeer: So sehen die Straßen in Polen nach der Katastrophe von Smolensk aus. Seit dem Tod vom Papst erlebte Polen solche Bilder nicht mehr.

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Sirenen heulen, wildfremde Menschen reichen einander die Hand und bilden vor dem Präsidentenpalast in Warschau eine Menschenkette um Abertausende niedergelegte Kerzen und Rosen und trauern um die 97 Opfer in der abgestürzten Präsidentenmaschine im russischen Smolensk. Tausende Menschen stehen still beieinander, weinen leise, beten. Jemand stellt zwischen Blumen ein Bild in hölzernem Rahmen. Auf dem Foto lächeln Lech Kaczynski und seine Frau Maria. "Lebt wohl, wir vergessen euch nie", steht auf dem Blatt neben dem Bild.
Seit dem Tod des polnischen Papstes Johannes Paul erlebte Polen solche Szenen nicht mehr. Selbst seine bisherigen Kritiker bezeichnen Präsident Kaczynski als Politiker von Format. "Die Tragödie ist eine Wunde im polnischen Leben, die nur schwer heilen wird", sagt der ehemalige Präsident, Aleksander Kwasniewski. Es sei absurd, dass an dem Ort, an dem sie der vor 70 Jahren ermordeten Polen gedenken wollten, wieder Polen ihr Leben verloren. "Katyn ist ein verfluchter Ort", sagt der sichtbar bewegte Kwasniewski. "Man kann diese Tragödie mit dem Katynmord vergleichen", sagt der andere ehemalige Präsident, Lech Walesa. Die Politiker schämen sich ihrer Tränen nicht.
Der Schmerz verbindet
So zynisch es klingt: Die Katastrophe schweißt die Polen zusammen. Und verbessert auch die Beziehung zu Moskau. In Polen wird das Verhalten von Ministerpräsident Putin nach dem Flugzeugunglück hoch geschätzt. Immer wieder werden die Worte eines Kolumnisten der Zeitung "Echo Moskaus" zitiert: "Polen, bitte verzeih uns das Leiden, das euch wieder in Russland traf." Der Schmerz verbindet die beiden slawischen Nationen wieder.











