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Zuletzt aktualisiert: 11.04.2010 um 20:33 UhrKommentare

Beziehungsdrama in Fernitz: Familie entkam Mordanschlag

Die Gasexplosion, die Sonntag in einem Einfamilienhaus in Fernitz geschah, dürfte vom Ex-Partner der Hausbewohnerin verursacht worden sein. Der mutmaßliche Täter wurde leicht verletzt, die Frau und ihre drei Kinder erlitten einen Schock.

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Mit traurigem Blick starrt Ileana K. (40) auf die Ruine, die am Morgen noch ihr Zuhause gewesen war. Fassadenteile liegen im Garten verstreut, Fensterstöcke hängen aus den Außenwänden, massive Mauern stehen schief. Ihr Haus ist nach einer Explosion unbewohnbar geworden. Doch sich und ihre Familie hat Ileana K. retten können.

Retten vor der rasenden Eifersucht ihres Ex-Mannes Geza (43). Seit 2004 sind die beiden gebürtigen Rumänen geschieden. Das erst kürzlich renovierte Haus in Fernitz fiel der Frau zu, auch die drei Söhne blieben bei ihr. Seit einer Morddrohung 2003 darf sich Geza K. seiner Familie nach richterlicher Verfügung nicht mehr nähern. Trotzdem besuchte er seine Buben immer wieder.

Auch am Samstag. Dabei dürfte er erfahren haben, dass seine Ex-Frau am Abend vorhatte, mit einer Freundin auszugehen. Um das zu verhindern, schlitzte er die Reifen ihres Autos auf. Doch das war noch harmlos gegen das, was am Morgen darauf geschah.

Irgendwie drang der 43-Jährige in den Keller des Hauses ein. Mit einer Eisensäge soll er dort die Erdgasleitung angeritzt haben. Um 7.30 Uhr stand er am Bett seiner Ex-Frau. "Komm schnell in den Keller, alles steht unter Wasser", log er ihr vor. Ileana K. traute ihm nicht. Darauf packte er sie an den Haaren, wollte sie über die Treppen zerren. "Sie stemmte sich mit den Füßen gegen die Tür und riss sich dann los", sagt Anton Kiesl, von der Mordgruppe im Landeskriminalamt, die mit den Kollegen der Brandgruppe ermittelt. Durch die Hilferufe wurden alle anderen im Haus wach: zwei der Söhne (10 und 14), ein Freund der Buben und ihr Cousin (22).

Währenddessen saß Nachbar Albert Strempfl beim Frühstück. Plötzlich läutete es an der Tür. Es war Ileana K.: "Bitte kommen Sie schnell, mein Mann will alles in die Luft sprengen!" "Die Kinder sind mir barfuß und im Pyjama entgegengekommen", erzählt der Pensionist. Er ließ sie in sein Haus, schaute nach, konnte zunächst nichts erkennen. "Auf einmal macht's einen gewaltigen Tuscher. Zum Glück war ich gerade hinter dem Haus." Geza K. hatte das Gas-Luft-Gemisch im Keller offenbar mit einem Feuerzeug hochgehen lassen. Dabei wurde er leicht verletzt, konnte aber aus dem Haus flüchten und davonlaufen. Stunden später wurde der 43-Jährige in einem Waldstück aufgegriffen und festgenommen: Verdacht des versuchten Mordes.

Für seine Ex-Frau und die Kinder organisierte Bürgermeister Karl Ziegler eine provisorische Unterkunft. Das Angebot einer Krisenintervention lehnte sie ab. "Sie scheint schon ziemlich abgebrüht", merkte ein Ermittler an.


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