Österreichs Gletscher ziehen sich weiterhin zurück

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Obwohl die österreichischen Gletscher im vergangenen Sommer lange dank einer schützenden Schneedecke vor den überdurchschnittlich hohen Temperaturen bewahrt wurden, hat sich ihr zum Teil dramatischer Rückgang der vergangenen Jahre fortgesetzt. Von 93 beobachteten Gletschern schrumpften 85. Der mittlere Längenverlust betrug laut Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins (OeAV) 14,4 Meter.
In den Ötztaler Alpen fiel der Rückzug am gravierendsten aus. Der Ötztaler Niederjoch Ferner büßte mit 46 Metern am meisten Länge ein. Auch auf Platz zwei und drei der Top Ten befinden sich Ferner in den Ötztaler Alpen: der Kesselwand Ferner zog sich um 44,4 Meter zurück, der Marzell Ferner um 42,3 Meter.
"Es fällt auf, dass sich die großen Längenverluste bei den Ötzaler Gletschern häufen", sagte Andrea Fischer, die seit 2009 den Gletschermessdienst des Alpenvereins leitet. Das liege vorwiegend daran, dass es sich bei diesen um sehr große Gletscher mit langen Zungen handle, die für die derzeitigen klimatischen Bedingungen zu lang seien. "Weil das Eis großflächig sehr dünn ist, ziehen sich diese innerhalb kurzer Zeit zurück", erklärte Fischer. Neben den bereits genannten drei, die über 40 Meter einbüßten, verloren sieben weitere Ötztaler Gletscher über 30 Meter.
Insgesamt zogen sich 91 Prozent der beobachteten Ferner zurück, acht Prozent blieben stabil und ein Gletscher wuchs. Das bedeute gegenüber dem Vorjahr einen geringfügig stärkeren Rückgang.
Der Kleinfleißkees in der Goldberggruppe stieß um exakt 5,2 Meter vor. Im Berichtsjahr 2008 hatten sich noch vier ausgedehnt. Vorstoßende oder stationäre Ferner waren 2008/2009 nur noch in den östlichen Gebirgsgruppen zu finden. Die beobachteten Gletscher der Silvretta, der Ötztaler, Stubaier und Zillertaleralpen sowie der Venedigergruppe befanden sich ausnahmslos auf dem Rückzug.











