Der Spion von Rosegg
Rauchfangkehrer Gebhart Hiebler, mutmaßliches Osterböller-Opfer, legt sich für seinen Gerechtigkeitssinn auch auf die Lauer. "Ich lass mir die Machtspiele nicht gefallen."

Foto © WeichselbraunWenn es um seinen Gerechtigkeitssinn geht, kennt Rauchfangkehrer Gebhart Hiebler keine Gnade. Auf der Suche nach potenziellen Strafsündern legt er sich mit der Kamera auf die Lauer
Rauchfangkehrer Gebhart Hiebler sieht sich als Glücksbringer für die Bürger der Gemeinde Rosegg: "Da gehört aufgeräumt. Niemand getraut sich was. Ich bin ein gerader Tiroler und lass mir die Machtspiele hier nicht gefallen!" Wenn es um seinen Gerechtigkeitssinn geht, kennt der Wahl-Rosegger keine Gnade. In den letzten Jahren legte er einen wahren Anzeigen-Marathon zurück. In seinem Fokus: die örtliche Brauchtumsgruppe. Mit dieser liegt er seit Jahren wegen des Böllerschießens zu Ostern im Clinch (wir berichteten). Der skurrile Rechtsstreit sorgte mittlerweile für österreichweite Aufregung.
Mitten in dem noch längst nicht ausgestandenen Böllerstreit legt Videokamera-Fan Hiebler nach: Am Mittwoch erstattete er Anzeige gegen einen Rosegger wegen fahrlässiger Beeinträchtigung der Umwelt. Dieser soll Sperrmüll (lackierte Möbelstücke usw.) am Ostersamstag angezündet haben - getarnt als angemeldeter Osterhaufen. Hiebler hatte laut seinen Aussagen tagelang diese Sperrmüll-Anhäufung kontrolliert. Um 20.04 Uhr wurde der Haufen angezündet. Von Spion Hiebler festgehalten mit der Kamera. Warum er das getan hat? "Machen Sie das einmal. Da ist sofort die Polizei da und man zahlt eine hohe Strafe. Hier in Rosegg ist es jedoch so, dass alle einfach zuschauen." Die örtliche Polizei wollte gestern zur Osterhaufen-Anzeige nichts sagen. Nur: "Es wird ermittelt." Hiebler weiß, dass er im Ort nicht nur beliebt ist. Ob er noch durchgehen kann, ohne angefeindet zu werden? "Ich schon, denn die Leute merken meine Stärke. Viele geben mir recht. Arm ist nur meine Frau, sie wird angepöbelt und hat panische Angst."
Übrigens: Hiebler sagt, er habe jene Täter, die das Kabel der Lärmmessstation durchschnitten, auf Band. Dieses soll am Donnerstag der Polizei übergeben werden.
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Streitfall
Seit zwei Jahren fühlt sich Hiebler durch das Böllerschießen belästigt. Seine Frau sei deshalb sogar erkrankt. Ein Gerichtsverfahren ist anhängig. Am Ostersonntag sabotierten Unbekannte die gerichtlich angeordnete Lärmmessung am Wohnhaus.











