104 Tote nach Erdrutschen und Hochwasser in Rio

Foto © APA
Nach den schwersten Regenfällen seit Jahrzehnten sind im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro mindestens 104 Menschen durch Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben gekommen. Besonders betroffen waren die an Hängen gelegenen Armenviertel in der sechs Millionen Einwohner zählenden Stadt. Der Großteil der Opfer wurde den Behörden zufolge von Schlammlawinen erfasst.
Rettungskräfte suchten am Mittwoch weiter nach Dutzenden Vermissten. Das öffentliche Leben in der zweitgrößten Stadt Brasiliens brach zusammen. Schulen wurden geschlossen, Flüge gestrichen oder verschoben.
Ausgelöst wurden die Fluten und die mehr als 180 Erdrutsche durch Regenstürme, die am Montag und Dienstag über die Region fegten. Binnen 24 Stunden fielen in Rio fast 30 Zentimeter Regen - mehr als die für den gesamten April erwartete Menge. Nach den Worten von Präsident Lula da Silva handelte es um die schlimmsten Regenfälle in der Geschichte Rios. In Fernsehbildern waren Häuser zu sehen, die in Schluchten stürzten und von den Schlammmassen zerdrückt und begraben wurden.
In der Stadt Rio de Janeiro starben offiziellen Angaben zufolge mindestens 39 Menschen. 1.200 Menschen verloren Bürgermeister Paes zufolge ihr Dach über dem Kopf. Rund 10.000 Häuser galten als gefährdet, die meisten davon in den Elendsvierteln. Bürgermeister Paes rief die Bewohner der sogenannten Favelas auf den Hügeln der Stadt auf, ihre Häuser zu verlassen. Ihr Leben sei durch drohende weitere Erdrutsche in Gefahr, warnte er. Laut Wettervorhersage sollen die Regenfälle in den kommenden Tagen anhalten.










