77 Todesopfer nach schweren Regenfällen in Rio
Unablässige Regenfälle im Großraum der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro haben zu schweren Überschwemmungen geführt. Mindestens 77 Menschen kamen ums Leben, 20 weitere gelten im Südosten des Landes als vermisst. Staatschef Lula da Silva machte am Dienstag jahrelanges Missmanagement der Baubehörden für die vielen Opfer verantwortlich.
Nach Angaben des Zivilschutzes starben aufgrund der Regenfälle allein in Rio mindestens 26 Menschen. Schwer betroffen waren demnach die dichtbesiedelten Viertel im Norden der Millionenmetropole. In den östlichen Vororten Niteroi und Sao Goncalo kamen 23 Menschen unter anderem in Folge von Erdrutschen ums Leben. Die Behörden des Bundesstaats Rio de Janeiro mit seinen 16 Millionen Einwohnern warnten vor möglichen weiteren Opfern.
Rios Bürgermeister Eduardo Paes rief alle Einwohner auf, zu Hause zu bleiben. Zahlreiche Straßen im Stadtzentrum seien durch die Fluten unpassierbar, warnte Paes. Die Schulen blieben am Dienstag geschlossen, ebenso die meisten Geschäfte, Büros oder Bankfilialen. Vielerorts herrschte Chaos.
Die Behörden hätten zu lange die Entstehung immer neuer Viertel ohne Baugenehmigungen geduldet, sogar in den Hügeln um Rio de Janeiro, die als stark erdrutschgefährdet gelten, sagte Lula im brasilianischen Rundfunk. Der Präsident kündigte an, künftig höhere Baustandards durchzusetzen. Nun allerdings "können wir nur zu Gott beten, dass er den Regen ein wenig zurückhält", sagte Lula.










