Grüne fordern Konsequenzen aus Listerien-Skandal

Foto © APA
Die Grünen fordern Konsequenzen aus dem Listerien-Quargel-Skandal. Bei den Nationalratssitzungen kommende Woche will die Partei Konsumentenschutz und Lebensmittelsicherheit auf die Tagesordnung bringen. Seitens der Regierung gebe es "bisher keine Vorlage, die darauf Bezug nimmt", kritisierte Bundessprecherin Glawischnig am Freitag.
Die dramatischen Folgen des Listerien-Käses haben den Grünen zufolge Schwachstellen des österreichischen Gesundheitssystems offenbart: "Gesundheitsgefährdung durch ein schwerfälliges Kontrollsystem und eine kaputt gesparte Lebensmittelkontrolle". Die Grünen kritisieren vor allem, dass es nach dem ersten Bekanntwerden eines Listerioseausbruches fünf Monate gedauert hat, bis die entsprechenden Produkte aus dem Verkehr gezogen wurden. Um diesen Vorgang zu beschleunigen, sollten künftig nicht mehr die Unternehmen alleine, sondern auch das Gesundheitsministerium darüber entscheiden können, wann ein Produkt vom Markt genommen wird.
Gleichzeitig kritisierten die Grünen den "unsäglichen Schwindel" bei vielen Etiketten von Lebensmitteln. "Wo Österreich darauf steht, muss auch Österreich drinnen sein", meinte Landwirtschaftssprecher Pirklhuber. Tatsächlich ist dies aber nur in einem Teil von Produkten, die unter rot-weiß-roter Flagge verkauft werden, auch der Fall. Pirklhuber präsentierte beispielsweise ein nach eigenen Angaben Abwehrkräfte steigerndes Milchprodukt, das in Wahrheit aus Polen stammt.
Dem "Etikettenschwindel" wollen die Grünen mit fünf Punkten begegnen, die einem Gütesiegel zugrunde liegen sollten. Ökologische Kriterien der Produktion und Verarbeitung, ein Mindestanteil an gentechnikfreien Rohstoffen österreichischer Herkunft, über die gesetzlichen Auflagen hinausgehende Tierschutz-Standards, eine jährliche Überprüfung durch unabhängige Kontrollstellen sowie nachvollziehbare Sanktionen und Transparenz bei Verstößen.










