Planetenjäger "Corot" entdeckte Jupiter-Zwilling
Wissenschafter haben mit Hilfe des Weltraumteleskops "Corot" erstmals einen jupiterähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, der in einer habitablen Zone liegt, in der Wasser in flüssiger Form vorliegen könnte. Auf dem Gasriesen "Corot-9b" selbst ist das zwar nicht möglich, dennoch sind die Wissenschafter von dem Planeten begeistert.
"Falls er einen Mond hat, wäre dieser wahrscheinlich habitabel", erklärte der an der Entdeckung beteiligte Rudolf Dvorak vom Institut für Astronomie der Universität Wien gegenüber der APA. Die Entdeckung wurde in der neuen Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Nature" publiziert.
Das 2006 gestartete Weltraumteleskop "Corot", an dem auch Österreich beteiligt ist, misst regelmäßige, minimale Helligkeitsschwankungen von fernen Sternen. Diese können durch sogenannte Transits verursacht werden, wenn aus Sicht eines Beobachters Planeten vor ihren Sternen vorbeiziehen.
"Corot-9b" umläuft seine Sonne in einer Entfernung, die in etwa der Distanz von Merkur zur Sonne entspricht, konkret in 0,36 Astronomischen Einheiten (AU), wobei eine AU als der mittlere Abstand Erde-Sonne definiert ist. Er braucht für einen Sonnenumlauf 95 Tage, seine Oberflächentemperatur beträgt zwischen minus 20 und plus 160 Grad Celsius, seine Größe und Dichte entspricht in etwa jener von Jupiter - was den neuen Planeten von "Nature" die Bezeichnung "not-so-hot-Jupiter" einbrachte.
Der neue Exo-Planet liegt mit seiner Distanz zum Stern und seiner Oberflächentemperatur in einer gemäßigten Zone, in der Wasser in flüssiger Form vorliegen könnte - was allgemein als Voraussetzung für Leben in den uns bekannten Formen gilt. "Der Planet selbst ist mit seiner Gasoberfläche sicher nicht habitabel, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er einen erdähnlichen Mond besitzt, der diese Voraussetzungen erfüllen könnte", sagte Dvorak.











