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Zuletzt aktualisiert: 09.03.2010 um 13:50 UhrKommentare

Missbrauch durch Erz-Abt: "Dunkler Tag für die Kirche"

Nach Deutschland hat sich auch die heimische Kirche mit neuen Fällen von Missbrauch auseinanderzusetzen. In Salzburg soll der Erz-Abt vor 40 Jahren einen damals Minderjährigen sexuell missbraucht haben.

Prior Korbinian Birnbacher

Foto © APAPrior Korbinian Birnbacher

"Das ist ein dunkler und bitterer Tag für die Kirche und unser Kloster", sagte Prior Korbinian Birnbacher. "Ich bitte das Opfer um Verzeihung für das Vorgefallene. Mein Mitgefühl gilt dem Opfer, dem ich Respekt zolle, dass es den Mut hatte, zu sprechen, denn dadurch hilft es, alles aufzuarbeiten. "Ich tue alles, um es wieder gut zu machen, kann es aber nicht ungeschehen machen. Bei sexuellem Missbrauch gibt es keine Toleranz, auch nicht für einen Erz-Abt."

"Er ist sehr geknickt"

Das Rücktrittsangebot des Abtes bezeichnete der Prior als "ersten Schritt". Er gehe davon aus, dass die Äbtekonferenz noch am Dienstag über diesen Antrag entscheiden werde, weil der öffentliche Druck einfach so groß sei. Der Pater sei derzeit unter psychologischer, geistlicher und juristischer Begleitung. "Er ist sehr geknickt". Dienstagfrüh habe er sich in St. Peter verabschiedet und werde nun einige Zeit an einem Ort verbringen, wo er versuche, wieder zur Ruhe zu kommen.

Ob es kirchenrechtliche Konsequenzen für den Geistlichen geben werde, sei noch unklar. Eigentlich sei der Vorfall schon verjährt. Dennoch werde ein kirchenrechtliches Vorverfahren eingeleitet, die Ergebnisse würden dann der Glaubenskongregation in Rom übermittelt. Diese könne nämlich bei gravierenden Fällen die Verjährungsfrist aufheben. In diesem Fall könne es Folgen bis hin zum Verbot für die Ausübung des Priesteramtes geben. Der Geistliche werde jedenfalls keine Aufgaben und Ämter mehr übernehmen, eine Zeit lang sicher auch das Priesteramt nicht ausüben und keine seelsorgerische Tätigkeit übernehmen, sondern werde im internen Bereich eingesetzt.

Mögliche weitere Fälle?

Birnbacher kündigte auch an, dass er ein Team aufstellen wolle, das sich aus Fachleuten, Juristen und Psychologen zusammensetzt. Diese sollen prüfen, ob es möglicherweise noch andere Missbrauchsfälle gegeben habe. Er werde auch persönliche Gespräche mit allen Ordensbrüdern führen. Aus der damaligen Zeit, also vor rund 40 Jahren, seien aber nur mehr zwei oder drei Brüder im Konvent. "Ich bin auch froh, dass wir heute kein Internat mehr führen." Eine offensive Suche nach möglichen weiteren Opfern wird St. Peter aber nicht führen. Man könne nämlich die heutigen Adressen der damaligen Zöglinge nicht mehr nachrecherchieren, weil die Daten aus datenschutzrechtlichen Gründen vernichtet worden seien.

Kontakt mit der Justiz hatte die Erzabtei St. Peter im Missbrauchsfall bisher noch nicht aufgenommen, sagte der Prior. "Es gab schon die Überlegung, eine Anzeige zu erstatten, aber ich wollte keinen Schnellschuss und daher den Konvent am 17. März abwarten."


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