500 Christen wurden massakriert
Gewalt im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas: In Nigeria fielen muslimische Nomaden über christliche Dörfer her. Mindestens 500 Menschen wurden dabei ermordet.

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Die Täter kamen in der Nacht, mit Gewehren und Macheten. Mit dem Ruf "Allah ist groß!" metzelten muslimische Nomaden die Einwohner dreier christlicher Dörfer unweit der Stadt Jos im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau nieder. Mehr als 500 Menschen wurden nach Angaben der örtlichen Behörden Opfer der religiösen Gewalt, die einmal mehr nahe der Bergbaustadt Jos explodierte. Die meisten der Toten sind Frauen und Kinder.
Blutige Gewalt zwischen Muslimen und Christen rüttelt Nigeria, das mit 149 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Afrikas, immer wieder aus der trügerischen Hoffnung auf, es schaffe ein harmonisches Gleichgewicht zwischen den beiden großen Religionsgruppen, die jeweils etwa die Hälfte der Bevölkerung stellen. Besonders besorgniserregend ist, dass die Unruhen in immer kürzerem Abstand folgen. Erst im Jänner waren mehr als 300 Menschen in Jos und Umgebung bei ähnlichen Ausschreitungen getötet worden.
Der Anlass war nichtig, ein Streit über den Wiederaufbau eines Hauses, das 2008 bei religiösen Unruhen zerstört worden war. Vor wenigen Wochen verhinderte nur das schnelle Einschreiten in der Region stationierter Truppen neue Kämpfe: Die Hintergründe des neuesten Massakers liegen noch völlig im Dunkeln.
Mit jeder neuen Gewalttat wächst der Hass. Auch die seit Jänner geltende nächtliche Ausgangssperre und die Stationierung von Truppen konnten das neue Massaker nicht verhindern. Kirchenführer warfen der Armee nun vor, erst Stunden nach dem ersten Alarm reagiert zu haben.
Der Bundesstaat Plateau liegt an der Grenze zwischen dem christlichen Süden und dem muslimischen Norden des Landes. Die in Jos ursprünglich heimischen muslimischen Fulani-Hausa fühlen sich durch die christlichen Zuwanderer verdrängt. Wirtschaftlicher Erfolg, Konkurrenz um Wasser und Weide- oder Ackerland sind die eigentlichen Quellen des blutigen Konflikts.
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