Mit Machete und Pistole an den Poker-Jackpot
In einem Berliner Luxushotel stürmten mindestens vier Bewaffnete ein internationales Pokerturnier. Durch die Panik unter den Teilnehmern wurden sieben Personen verletzt. Ebenfalls dabei: 25 Österreicher, darunter Profis Markus Golser und Erich Kollmann.

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In einer spektakulären Aktion haben mindestens vier bewaffnete und maskierte Männer am helllichten Samstagnachmittag ein internationales Pokerturnier im Berliner Luxushotel Grand Hyatt überfallen. Unter den Turnierteilnehmern entstand eine Panik, bei der sieben Personen leicht verletzt wurden. Laut Veranstalter waren auch rund 25 österreichische Spieler anwesend, darunter Poker-Profis wie Markus Golser und Erich Kollmann. Keiner von ihnen ist bei dem Überfall zu Schaden gekommen, betonte Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal vom Außenministerium am Sonntag gegenüber der APA.
Die Täter entkamen unerkannt, obwohl die Aktion mehrfach gefilmt wurde. Sie mussten im Handgemenge mit den Sicherheitskräften des Turniers einen Teil der Beute zurücklassen. Unbestätigten Angaben zufolge erbeuteten sie mehrere hunderttausend Euro.
Die mit einer Machete und Faustfeuerwaffen ausgerüsteten Männer stürmten gegen 14.15 Uhr in das Hotel am Marlene-Dietrich-Platz und zwangen die Angestellten im ersten Stock zur Herausgabe des Preisgeldes, wie die Polizei berichtete. Ein Mitarbeiter des eingesetzten Sicherheitsdienstes konnte kurzzeitig einen der Täter festhalten, wurde jedoch von den Mittätern attackiert und dabei leicht verletzt. Schüsse fielen bei der Aktion nicht. Immerhin verloren die Räuber beim Handgemenge mit dem Wachmann eine Tasche mit einem größeren Teil ihrer Beute und flüchteten anschließend zu Fuß in Richtung des Einkaufszentrums Potsdamer Platz-Arcaden.
Eine heiße Spur hatte die Polizei bis Sonntag früh nicht. Sprecher Guido Busch sagte, man werte die zahlreichen Zeugenaussagen aus. Die Ermittler seien optimistisch, dass die Auswertung der zahlreichen Videoaufnahmen des Coups "auch zu fahndungsrelevanten Bildern führen könnte". Im Hyatt wurden nun "Sicherheitsmaßnahmen getroffen", wie Direktor Heddo Siebs gegenüber der APA betonte.
Zur Höhe der Beute machte die Polizei keine Angaben. Die bisher genannten Summen - zwischen 210.000 und 800.000 Euro - seien Spekulation, sagte Busch. Laut "Berliner Morgenpost" konnte in einem unbeobachteten Moment ein Praktikant des Hotels die Tasche mit mehreren hunderttausend Euro an sich nehmen und so die Beute in Sicherheit bringen.
Das Turnier wurde am Abend fortgesetzt. Es lief bereits seit einigen Tagen. Unter den Spielern waren Boris Becker und die deutsche Profi-Pokerin Sandra Naujoks, die aber bereits ausgeschieden sind. Am Sonntag sollte es zu Ende gehen.
Eines der nächsten Spiele der "European Poker Tour" findet in Österreich statt. Vom 21. bis 27. März wird Saalbach-Hinterglemm in Salzburg Austragungsort des 5.300 Euro-Buy-in-Events, gaben die Veranstalter auf ihrer Homepage bekannt. In Salzburg sah man trotz des Überfalls in Berlin dem Event gelassen entgegen. "Ich sehe das ganz relaxed", sagte am Sonntag Florian Wolf, der Geschäftsführer des Alpine Palace Card Casino im Pinzgauer Wintersportort, der Austria Presse Agentur.
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Schauplatz des Überfalls: Grand Hyatt BerlinFoto © APA










