Mord an Heimleiter: Täter könnte in Anstalt landen
80-Jähriger, der Heimleiter erstochen haben soll, wird wegen Mordes angeklagt. Obwohl er zurechnungsfähig war, Einweisung in Anstalt beantragt.

Foto © Weichselbraun
Seit September 2009 sitzt jener 80-jährige Klagenfurter, der in Verdacht steht, Heimleiter Karl Zorman (54) mit mehreren Messerstichen getötet zu haben, in der Justizanstalt Klagenfurt. In einigen Wochen wird er im Geschworenengerichtssaal des Landesgerichtes Klagenfurt auf der Anklagebank Platz nehmen. "Die Staatsanwaltschaft hat diese Woche die Anklageschrift eingebracht. Der Mann wird, wie es zu erwarten war, wegen Mordes angeklagt", sagt der zuständige Richter, Manfred Herrnhofer. Und obwohl ein Gutachten ihm bescheinigt, dass er keine Geisteskrankheit hat und zum Tatzeitpunkt durchaus fähig war, das Unrecht seiner Tat einzusehen, hat die Staatsanwaltschaft beantragt, dass der 80-Jährige in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingeliefert wird. "Das ist möglich, wenn eine psychische Beeinträchtigung besteht", sagt Herrnhofer.
Die Details der Bluttat sind schrecklich. Beim Lokalaugenschein wenige Tage nach dem Mord schilderte der pensionierte Kaufmann genau, wie er den beliebten Heimleiter getötet hat. Anhand einer Puppe demonstrierte der Mann den Kriminalisten, wie er auf Zorman eingestochen hat - "in Notwehr", behauptete er. Der Versuch, das Opfer anschließend ins Auto zu zerren, misslang. Deshalb habe er ein Seil um den Fuß des 54-Jährigen gebunden. Das Seilende befestigte er an der Anhängerkupplung seines Wagens. Rund 600 Meter weit soll der mutmaßliche Mörder sein Opfer auf diese Weise bis zu einem Parkplatz geschleift haben. Rache soll, nach einem jahrelangen Streit um die pflegebedürftige Mutter des 80-Jährigen, das Motiv gewesen sein.










