Vor zehn Jahren erhängte sich Bombenbauer Fuchs
Den Schlussstrich unter den Bombenterror der "Bajuwarischen Befreiungsarmee" setzte Fuchs in der Grazer Haftanstalt Karlau selbst.

Foto © ReutersFranz Fuchs
Es war der Schlussstrich unter einen beispiellosen Kriminalfall in Österreichs Geschichte: Heute vor zehn Jahren - am 26. Februar 2000 - beging der Bombenbauer Franz Fuchs in seiner Zelle in der Grazer Haftanstalt Karlau Selbstmord. Der 50-jährige Südsteirer erhängte sich mit dem Kabel eines Rasierapparats.
Seine Handprothesen verwendete er dabei nicht. Bei seiner Verhaftung im Oktober 1997 hatte er sich beide Hände weggesprengt. Am 10. März 1999 war Fuchs wegen mehrerer Briefbomben- und Rohrbombenattentate zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Fuchs verübte die Anschläge zwischen Dezember 1993 und Oktober 1997, dabei gab er sich als "Bajuwarische Befreiungsarmee" (BBA) aus. Unter anderem ging das Attentat von Oberwart auf sein Konto, bei dem am 4. Februar 1995 vier Männer ums Leben gekommen waren. Zu seinen Opfern und Adressaten zählten zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens, darunter der damalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk, Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal, TV-Moderatorin Arabella Kiesbauer und der damalige Caritas-Präsident Helmut Schüller. Bis heute wollen die Gerüchte und Spekulationen nicht verstummen, ob Fuchs tatsächlich als Einzeltäter gehandelt hat.











