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    Die Ängste der Österreicher 20 Jahre Haft für sieben brutale Überfälle in Wien Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel Die Ängste der Österreicher 20 Jahre Haft für sieben brutale Überfälle in Wien
    Zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 um 17:05 UhrKommentare

    Mutmaßlicher Mörder nach neun Jahren im Irak verhaftet

    Der Verdächtige soll am 30. April 2001 seine Ex-Frau in Wien-Favoriten auf offener Straße mit vier Schüssen getötet haben. Der gebürtige Iraker mit österreichischer Staatsbürgerschaft tauchte danach im Irak unter.

    Foto © Reuters

    Dem Bundeskriminalamt (BK) ist nach neun Jahren ein mutmaßlicher Mörder ins Netz gegangen: Idris A. soll am 30. April 2001 seine Ex-Frau in Wien-Favoriten auf offener Straße mit vier Schüssen getötet haben, so das BK am Dienstag in einer Aussendung. Zuvor hatte der Mann seine damals 27-jährige Tochter in seine Gewalt gebracht und gezwungen, ihm die neue Adresse seiner ehemaligen Frau in der Sonnleithnergasse zu verraten. Dort kam es vor der Garage zu einer Auseinandersetzung, bei der Idris A. seine Waffe gezückt haben soll. <7p>

    Der gebürtige Iraker mit österreichischer Staatsbürgerschaft tauchte in der nordirakischen Stadt Dohuk unter, so das Bundeskriminalamt. Unter falschem Namen lebte der mittlerweile 77-Jährige dort unbehelligt unter rund 500.000 Einwohnern. Bevor er am 4. Februar 2010 in Zusammenarbeit mit Interpol sowie der Kriminalpolizei in Bagdad festgenommen werden konnte, suchten die Fahnder den Mann vergeblich in Rumänien, Griechenland, Syrien, in der Türkei sowie im Iran. Der mutmaßliche Mörder soll in den nächsten Wochen nach Österreich ausgeliefert werden.

    Falsche Identität angenommen

    Der untergetauchte Idris A. hatte den Familiennamen seiner Mutter und zusätzlich einen anderen Vornamen verwendet, erklärte Helmut Reinmüller, Leiter der Zielfahndungs-Abteilung im BK, gegenüber der APA. Diese falsche Identität habe sich bei der Lösung des Falls als Knackpunkt herausgestellt.

    Der damals 69-Jährige flüchtete nach dem Mord in den Irak und versteckte sich in der Nähe seiner Heimatstadt. "Er hat dort im Kreise seiner Familie gelebt", erklärte Reinmüller. Dohuk, wo er in einem Haus festgenommen wurde, befinde sich etwa 50 bis 100 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt. Im Zuge der Ermittlungen habe man zuvor auch Hinweise auf andere Aufenthaltsorte im Irak verfolgt.

    "Die Spuren waren sehr umfangreich", so Reinmüller. Nachdem der Verdächtige 2001 zur internationalen Fahndung ausgeschrieben und von Interpol gesucht wurde, traten im August 2009 die Zielfahnder des BK auf den Plan. Diese rollten den Fall noch einmal von vorne auf: Zunächst wurde Idris A. in Rumänien, Griechenland, Syrien, der Türkei oder im Iran gesucht. Dort hatte der 77-Jährige laut Reinmüller Familienmitglieder oder Freunde.

    Hinter dem Mord, der Idris A. zur Last gelegt wird, dürfte ein Streit um Geld stecken. Laut Polizei hatte der damals 69-Jährige von seiner 49-jährigen Ex-Frau nach der Scheidung im Jahr 1999 knapp 24.000 Euro gefordert. Unter einem Vorwand soll er seine Tochter am Vormittag des 10. April 2001 in seine Wohnung nach Penzing eingeladen und mit einer Schusswaffe bedroht haben. Die damals 28-Jährige (richtig) wurde gezwungen, mit zur Wohnung der Mutter zu fahren.

    Die 49-Jährige hatte ihre Adresse aus Angst vor ihrem Ex-Mann ursprünglich geheim gehalten. Bis nach 18.00 Uhr soll der gebürtige Iraker mit seiner Tochter auf die Heimkehr der Frau gewartet und danach der 49-Jährigen aus nächster Nähe in die Brust geschossen haben. Die Tochter, die dazwischen treten wollte, traf ein Projektil im rechten Unterarm. Idris A. war unmittelbar danach mit dem Auto geflüchtet.

    Der Verdächtige wird laut BK vermutlich nach Bagdad überstellt und dort von österreichischen Beamten abgeholt. Laut BK ist die Festnahme von Idris A. der 80. Erfolg der Fahndungsabteilung.


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