Schifahrer retten Lawinenopfer das Leben
Benjamin Lin und Markus Otruba retteten 55-Jährigem gestern am Goldeck das Leben. Er war abseits der Pisten unterwegs.

Foto © RieblerDie beiden jungen Lebensretter (im Vordergrund) mit Mitgliedern der Bergrettung
Leichtsinn hätte einem 55-jährigen Spittaler gestern am Goldeck beinahe das Leben gekostet. Obwohl Bergretter und Liftpersonal ihn am Vormittag mehrmals auf die hohe Lawinengefahr hingewiesen hatten, rauschte der Variantenfahrer auch zu Mittag noch abseits der präparierten Pisten den Berg hinunter. Gegen 13 Uhr löste er auf einem gesperrten Hang unter der Seilbahn eine Lawine aus, die ihn unter sich begrub. Nur dem raschen Handeln von Markus Otruba (20) aus Wernberg und Benjamin Lin (20) aus Villach hat der 55-Jährige es zu verdanken, dass er noch lebt.
Der Schüler und der Student waren mit Snowboard und Schiern unterwegs. "Wir haben zwar nicht gesehen, wie die Lawine abgegangen ist, aber wir haben den Abriss gesehen und sind sofort zum Lawinenkegel gefahren", schildert Lin. Die jungen Männer haben erst kürzlich einen Kurs gemacht, in dem sie gelernt haben, was in einer solchen Situation zu tun ist. Glück für den Verschütteten. Die Retter waren perfekt ausgerüstet, hatten ein Lawinensuchgerät und Schaufeln im Rucksack. Obwohl sie sich damit selbst in Gefahr begaben, suchten sie nach dem Mann, der einen Lawinen-Piepser bei sich trug. "Zuerst hat das Gerät angezeigt, dass wir noch 38 Meter von ihm entfernt sind", sagt Otruba. Bei einem Meter hätten sie dann angefangen zu schaufeln. "Ungefähr 1,50 Meter unter dem Schnee haben wir ihn gefunden. Er lag auf dem Bauch und hatte nur eine kleine Lufthöhle", sagt Otruba. Lin, der ehrenamtlich als Sanitäter arbeitet, überprüfte sofort Atmung und Pupillen. "Der Mann war zwar durcheinander, aber bei Bewusstsein. Gehirnerschütterung hatte er keine", sagt er. Die jungen Männer verständigten die Bergrettung und der Spittaler wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Er hatte Glück und ist mit einer Unterkühlung und einem Schock davongekommen.
"Hätten die jungen Männer nicht so rasch reagiert, hätte es für den Verschütteten schlecht ausgesehen", sagt Michael Unterlerchner, Einsatzleiter der Bergrettung. "Die beiden haben dem Mann das Leben gerettet. Er hat kaum noch Luft bekommen, als sie ihn gefunden haben", so Flugrettungsarzt Roland Rauter.











